125.000 Euro Schaden bei Unfall auf der Autobahn – Polizei verfolgt Audi-Fahrer
Mit Schrotflinte im Gepäck von der A2 geflüchtet

Bielefeld/Gütersloh (WB/mdel) -

Autobahn-Polizisten haben am Dienstag einen flüchtigen Audi-Fahrer gestellt, der sich mit einer Langwaffe im Gepäck von einer Unfallstelle auf der A2 entfernt hatte.

Donnerstag, 04.02.2021, 11:22 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 14:46 Uhr
Der 34-jährige Mann ohne festen Wohnsitz fuhr gegen 13.45 Uhr mit einem Audi RS 7 Sportback verbotenerweise über eine Behelfsauffahrt zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Ost und Ostwestfalen/Lippe auf die A 2 in Fahrtrichtung Hannover auf. Foto: Polizei Bielefeld

Der 34-jährige Mann ohne festen Wohnsitz fuhr gegen 13.45 Uhr mit einem Audi RS 7 Sportback verbotenerweise über eine Behelfsauffahrt zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Ost und Ostwestfalen/Lippe auf die A 2 in Fahrtrichtung Hannover auf. Direkt im Anschluss der Auffahrt befand sich eine Tagesbaustelle.

Dennoch beschleunigte der Audi-Fahrer stark und wurde augenscheinlich von der Baustelle überrascht. Das Heck des Fahrzeugs scherte aus, und der Audi geriet auf der rechten Fahrspur ins Schleudern. Dabei touchierte er das Heck eines auf der mittleren Fahrspur fahrenden VW Transporters mit Anhänger. Der Fahrer, ein 49-jähriger Gütersloher, und seine Beifahrerin blieben unverletzt.

Der Audi drehte sich in Folge des Unfalls noch mehrmals um die eigene Achse und kam im Graben neben der Fahrbahn zum Stehen. Anschließend stieg der Fahrer mit einer länglichen, grünen Tasche aus und verschwand im Gebüsch.

34-Jähriger läuft quer über die Autobahn

Ein 44-jähriger Mitarbeiter der Autobahnmeisterei folgte dem Mann, um nachzusehen, ob dieser verletzt sei. Ein zufällig vorbeifahrender Beamter der Bundespolizei hielt ebenfalls an und folgte dem Unfallflüchtigen in die Böschung.

Die beiden Männer fanden den Fahrer und stoppten ihn auf seiner Flucht. Auf die Frage, was in der Tasche sei, antwortete der 34-Jährige, dass das seine Angelausrüstung sei. Der Bundespolizist nahm ihm die Tasche ab und musste feststellen, dass sich eine Schrotflinte darin befand. Er verstaute die Waffe in seinem Fahrzeug. Währenddessen hielt der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei den Audi-Fahrer fest. Der konnte sich jedoch losreißen, indem er den 44-Jährigen gegen die Brust stieß und zu Fall brachte.

Kurzerhand lief der 34-Jährige quer über die Autobahn auf die andere Seite in das Gebüsch und von dort aus weiter in Richtung Kusenweg. Als er die Böschung an der dortigen Autobahnbrücke hochkletterte stellten ihn hinzugerufenen Beamte der Autobahnpolizei und nahmen ihn vorläufig fest.

Verdächtiger kann keinen Führerschein vorzeigen

Rettungskräfte brachten den leichtverletzten, polizeibekannten Fahrer daraufhin in ein Krankenhaus. Da er auf die Beamten einen stark alkoholisierten Eindruck machte, ließen sie dem 34-Jährigen auch eine Blutprobe entnehmen. Darüber hinaus konnte er den Beamten keinen Führerschein vorzeigen. In der Vergangenheit wurde er schon des Öfteren beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt.

Der VW Transporter musste abgeschleppt werden. Den Audi stellten die Beamten sicher. Es entstand ein Gesamtschaden von etwa 125.000 Euro. Auch die Schrotflinte und die dazugehörige Munition beschlagnahmten die Polizisten. Sie leiteten Strafverfahren, wegen Unfallflucht, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit am Steuer und des Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.

Ein Haftrichter ordnete am Folgetag die Untersuchungshaft für den 34-Jährigen an.

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