Mitarbeiterin der Kinderklinik mit südafrikanischer Variante infiziert - Aufnahmestopp und Quarantäne
Mutation am Klinikum Bethel

Bielefeld (WB/du) -

Eine Mitarbeiterin des Evangelischen Klinikums Bethel in Bielefeld hat sich mit der südafrikanischen Mutation des Coronavirus infiziert. Das teilte die Einrichtung mit.

Mittwoch, 03.02.2021, 19:18 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 21:00 Uhr
Symbolbild

Die Infektion mit der sogenannten B 1.351-Variante bei der Mitarbeiterin der Klinik für Kinderchirurgie des EvKB war bei dem regelmäßigen Mitarbeitenden-Screening aufgefallen. Ein neues Verfahren des krankenhauseigenen Labors hat den Hinweis auf die Virus-Variante gegeben. Die Sequenzierung durch das Centrum für Biotechnologie der Universität Bielefeld hat das Ergebnis bestätigt.

„Bislang gibt es keinen Hinweis für einen unkontrollierten Ausbruch“, so Univ.-Prof. Eckard Hamelmann, Ärztlicher Direktor des Kinderzentrums Bethel. „Durch die frühzeitige Erkennung der Mutation konnten wir sofort reagieren und alle relevanten Sicherheitsmaßnahmen treffen“

So wurde ein Aufnahmestopp für die kinderchirurgische Klinik ausgesprochen. Der Zugang zur Klinik erfolgt über eigene Zugänge, damit keine zusätzlichen Begegnungen zu anderen Mitarbeitenden oder Patienten des EvKB entstehen.

Auch in diesem Fall wird ein großflächiges Kontaktmanagement durchgeführt.

Kriesenstableiter Ingo Nürnberger

Derzeit werden alle Patienten und Mitarbeitenden der Klinik auf die neue Virus-Mutation getestet. Für Mitarbeitende und Patienten, die in Kontakt mit der betroffenen Mitarbeiterin standen, wurde vorsorglich eine Quarantäne ausgesprochen. Das EvKB befindet sich dazu in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.

Mit den Familien bereits entlassener Patienten nimmt das Gesundheitsamt direkt Kontakt auf. „Wie bei mutierten Viren üblich, wird auch in diesem Fall ein großflächiges Kontaktmanagement durchgeführt“, teilt Ingo Nürnberger, Krisenstabsleiter der Stadt Bielefeld mit.

Mitarbeitende und Patienten werden alle zwei Tage getestet, bis eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Das Gesundheitsamt hat eine Quarantäne von 14 Tagen ausgesprochen. „Alle Vorkehrungen sind schmerzlich, aber notwendig, weil nach aktuellen Erkenntnissen die Südafrika-Variante zwar nicht gefährlicher als die bekannte Variante ist, aber deutlich ansteckender“, sagt Hamelmann.

Die Regelung für die zunehmende Sequenzierung war dringend notwendig.

Dr. Christiane Scherer

Mit dem neuen Testverfahren reagiert das EvKB auf die Verordnung der Bundesregierung, eine zunehmende Sequenzierung des Corona-Virus vorzunehmen. „Diese Regelung war dringend notwendig, denn nur so können wir auf das dynamische Infektionsgeschehen reagieren. Andere Länder sind bei der Sequenzierung schon viel weiter“, sagt Dr. Christiane Scherer, leitende Krankenhaushygienikerin des EvKB. „Ich bin froh, dass die Bundesregierung diese Lücke erkannt hat, damit die Testverfahren nun angepasst werden können. Das EvKB und das Centrum für Biotechnologie der Universität Bielefeld erforschen bereits seit Frühjahr vergangenen Jahres die regionalen Mutationen des Virus. Das neue Screeningverfahren am EvKB unterstützt hierbei insbesondere die Suche nach den neuen unter besonderer Beobachtung stehenden Virusvarianten.

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