Blitzeis in Bielefeld sorgte für Ausnahmesituation in den Notaufnahmen – 142 verletzte Personen im Klinikum Mitte
„Massenanfall von Verletzten“

Bielefeld (WB) -

Mehr als 100 Unfälle durch Blitzeis sorgten am Montagmorgen für chaotische Verhältnisse in Bielefeld. Auch die Notaufnahmen in den Bielefelder Krankenhäusern waren davon betroffen. Dr. Thomas Groß, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Bielefeld Mitte, berichtet von 142 verletzten Personen innerhalb weniger Stunden.

Dienstag, 02.02.2021, 12:54 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 18:24 Uhr
Das Blitzeis in Bielefeld sorgte am Montagmorgen für chaotische Verhältnisse – auch in den Bielefelder Krankenhäusern. Foto: Christian Müller

Durch die extrem vielen Unfälle im morgendlichen Berufsverkehr seien am Montag ab 7 Uhr „massenhaft Patienten“ in die Notaufnahme (ZNA) des Klinikums eingeliefert worden. „Im Zeitraum von 8 bis 12 Uhr haben wir stündlich 20 bis 25 Patienten aufgenommen. Das entspricht eigentlich dem Aufkommen an einem gut besuchten normalen 24-Stunden-Tag“, berichtet Dr. Groß.

Blitzeis in Bielefeld

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    Foto: Christian Müller
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    Foto: Andre Best
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Glücklicherweise seien 95 Prozent der Verunglückten nur leicht bis mittelschwer verletzt gewesen; mit Prellungen, Schürfungen, Platzwunden oder Knochenbrüchen. Darunter seien auch typische Sturzverletzungen wie Kopfplatzwunden, Unterarmbrüche und Oberschenkelhalsbrüche gewesen. „Aufgrund des hohen Aufkommens von insgesamt 142 verletzten Personen, die wir am 1. Februar versorgt haben, folgt nun in den nächsten 10 Tagen eine weitere logistische Meisterleistung: circa 30 zusätzliche Operationen müssen geplant und durchgeführt werden“, schildert Dr. Groß die Folgen des Blitzeisgeschehens.

Dr. Thomas Groß, Chefarzt der Notaufnahme am Klinikum Bielefeld Mitte.

Dr. Thomas Groß, Chefarzt der Notaufnahme am Klinikum Bielefeld Mitte. Foto: Klinikum Bielefeld

Einen derartigen „Massenanfall von Verletzten“ hätten selbst langjährige Mitarbeiter der Notaufnahme am Klinikum Bielefeld noch nie erlebt. „Es war eine absolute Ausnahmesituation, die wir nur durch einen großen kollegialen Zusammenhalt über Fachgrenzen hinweg gemeinsam bewältigen konnten“, berichtet der Chefarzt.

Die Behandlung anderer Patienten sei am Montag nur wenig beeinträchtigt worden. „Glücklicherweise ist die Coronapandemie zur Zeit durch den Lockdown kontrolliert, so dass wir parallel relativ wenige internistische Patienten zu behandeln hatten. Allerdings kamen natürlich trotzdem Patienten mit anderen, akuten und lebensbedrohlichen Krankheitsbildern wie zum Beispiel Herzinfarkte, die parallel versorgt werden mussten.“ Teilweise sei entgegen dem üblichen Standard und zur Entlastung der Notaufnahme die Notfall-Versorgung dieser Patienten direkt in den Räumlichkeiten der Fachkliniken erfolgt, berichtet Dr. Thomas Groß.

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