Männer und Frauen aus der Kaserne Augustdorf unterstützen die Stadt Bielefeld
39 Soldaten helfen beim Schnelltest

Bielefeld (WB). -

Das Personal in 23 Bielefelder Alten- und Pflegeheimen bekommt übergangsweise Verstärkung: 39 Soldaten aus allen Teilen Westfalens, die derzeit in Augustdorf stationiert sind, sollen von sofort an beim zügigen Umsetzen der Corona-Schnelltests an Bewohnern und Besuchern zum Einsatz kommen.

Dienstag, 02.02.2021, 06:26 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 06:30 Uhr
Einweisung zum Corona-Schnelltest beim DRK in Heepen (von links): Gefreiter Roman Spanbergert aus Dortmund mit Ausbilderin Petra Dommasch und Oberstabsgefreitem Oleg Mast aus Schloß Holte. Foto: Bernhard Pierel

Von „unglaublich schneller Amtshilfe“ spricht Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger: Kaum hatte die Ministerpräsidenten-Konferenz beschlossen, dass überall im Land die Bundeswehr mit Schnelltests in sozialen Einrichtungen aushelfen soll, da sei schon klar gewesen, dass er mit Unterstützung aus Augustdorf würde rechnen können.

Der Schnelltest nimmt pro Person rund 20 Minuten in Anspruch. „Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, die das Personal der Pflegeheime unheimlich entlastet. Sie schützt das Leben und die Gesundheit“, betont Nürnberger am Montagmorgen dankbar, als er Oberstleutnant Andreas Voss und Hauptfeldwebel Alfred Korwes zum Vorgespräch im Rathaus begrüßt. Später am Vormittag treffen die übrigen Soldaten in Bielefeld ein. Nach einer Einweisung sollen sie ihre Hilfstätigkeit an diesem Dienstag für mindestens drei Wochen aufnehmen.

„In der Zwischenzeit wollen wir Personal gewinnen, um die Soldaten dann peu à peu wieder abzulösen“, erklärt Nürnberger. Was Corona-Infektionen betreffe, sei die Altenpflege nach wie vor der kritischste Bereich. Allein in der vergangenen Woche sind nach seinen Angaben in 17 Bielefelder Pflegeheimen 120 Bewohner und 40 Beschäftigte mit dem Virus infiziert worden. Von den insgesamt 233 Toten, die die Stadt seit Beginn der Pandemie zu beklagen hätte, stammte „ein erheblicher Teil“ aus eben diesem Arbeitsumfeld.

Soldaten kommen in Zweierteams zum Einsatz

Der Krisenstabsleiter gibt sich zuversichtlich, dass die Soldaten ihre Aufgabe gut erledigen werden. Von seiner angeheirateten Oma, die in Sachsen in einem Pflegeheim lebt, wisse er, dass die Bundeswehr auch solche Aufgaben erledigen könne. „Meine Oma war schockverliebt“, sagt er den beiden Vertretern des Kreisverbindungskommandos Bielefeld. Die Soldaten hätten sich dort rührend um die alten Leute gekümmert.

In Bielefeld sollen die Helfer aus Augustdorf überwiegend in Zweierteams zum Einsatz kommen. Laut Andreas Voss freuten sie sich schon auf die Abwechslung. „Und ich finde es gut, dass unsere Leute mal wieder in Kontakt mit der Bevölkerung kommen“, sagt er zu Ingo Nürnberger.

Die Einweisungen in Theorie und Praxis passieren entweder direkt in den Einrichtungen oder aber für 28 Teilnehmer zentral beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Heepen. Außerdem hat der DRK-Landesverband eine für alle Helfer obligatorische Online-Schulung organisiert. Koordiniert wird der Bundeswehreinsatz von Sozialamtsleiterin Gisela Krutwage. Unklar ist am Montag noch, ob die Soldaten in Bielefeld untergebracht werden oder jeden Tag aus Augustdorf kommen müssen.

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