Bielefelder Firma „ticado“ reagiert kreativ und weitet Produktpalette aus
Schutzmasken aus dem Spender

Bielefeld (WB). -

Wer eine Bahncard erwirbt, eine Dauerkarte für den DSC Arminia Bielefeld kauft oder auch einen Presseausweis hat, hält ein Produkt der Bielefelder Firma „ticado“ in Händen. Die hat in der Coronakrise neue Wege beschritten – die letztlich aber (fast) folgerichtig waren, wie der Blick auf die Produktpalette zeigt. Die jüngste Idee: ein Spender für Gesichtsmasken.

Montag, 01.02.2021, 05:24 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 05:31 Uhr
Martin Nägeler zeigt, wie der Masken-Spender eingesetzt werden kann: etwa auf einem Tresen im Empfangsbereich. Foto: Bernhard Pierel

Das Kürzel ticado steht für „tickets, cards and documents“. „Wir sind in Deutschland der größte Lieferant von geldwerten Belegen“, sagt Firmengründer und -chef Martin Nägeler. Vor 15 Jahren hat sich der Diplomingenieur für Druckereiwesen selbstständig gemacht, für die Produktion von Kreditkarten oder teuren Tickets und Dauerkarten arbeitet er mit einer Hochsicherheitsdruckerei zusammen.

Daneben aber liefert ticado für Labore und Parfümerien Teststreifen und Dufttestpapiere. „Die wiederum werden in einen medizinischen Spezialkarton verpackt“, erklärt Nägeler. Und als die Corona-Pandemie ihren Lauf nahm, hat ticado aus diesem Karton Schutzmasken gefertigt.

„Irgendwann sind wir dann umgestiegen auf die Produktion von Vliesmasken, von medizinischen Masken und FFP2-Masken“, erklärt der Firmenchef. Die FFP2-Masken – „ein Premiumprodukt mit Tragekomfort“, wirbt Nägeler – lässt er in China produzieren, „auf einer Fertigungsstraße, die nur für uns reserviert ist.“ Eine Kamera überwacht das.

Die medizinischen OP-Masken hingegen sind „made in Bielefeld“: Dafür hat Nägeler einen heimischen Partner gefunden. Das Besondere an ihnen: Sie sind geformt wie die FFP2-Masken und liegen dadurch besser an. „Und das bedeutet mehr Schutz.“ Eine antivirale und antibakterielle Schutzmaske ist mit einem Euro das teuerste Produkt der Masken-Palette.

„Der Bedarf ist da und wird bleiben“

Insgesamt werden in einem Online-Shop unter der Marke tima-care insgesamt etwa 35 Artikel rund um Corona vertrieben – bis hin zum Infrarot-Thermometer und Covid 19-Antigenschnelltests, Schutzbrillen und Maskentaschen. Seit Neuestem kommt ein „Dispenser“, ein Spender von einzeln verpackten Schutzmasken, hinzu.

„Er ist, wenn er leer ist, leicht auszutauschen, und man kann ihn auf den Tresen einer Rezeption stellen, in Ämtern, Schulen, Krankenhäusern, Arztpraxen, im Eingangsbereich von Supermärkten oder eben in Bus und Bahn anbringen“, sagt Nägeler. Denn der Spender kann sowohl an eine Wand montiert als auch an einer Haltestange – etwa neben dem Busfahrer – angebracht werden. Wer „ohne“ aus dem Haus gegangen ist, könnte die Maske dann beim Busfahrer erstehen. „Wenn es sein soll, können die Masken auch mit einem Unternehmenslogo bedruckt werden“, sagt Nägeler. Einzelne Verkehrsunternehmen haben bereits Interesse bekundet.

Der Vertrieb der „Krisenprodukte“ erfolgt zumeist online. Einzelmasken aber gibt es auch nur 100 Meter vom Firmensitz an der Wertherstraße in Großdornberg entfernt zu kaufen: im nahe gelegenen DHL-Shop/Zeitungsladen. Außerdem planen Nägeler und sein Prokurist Sascha Vidmar, die Masken im Automaten anzubieten. Idealerweise wären diese Automaten etwa außen an Bahnhöfen anzubringen.

Erste Gespräche mit einem Automatenhersteller hat es gegeben. „Der Bedarf ist da und wird bleiben“, sind beide überzeugt. Denn mit dem Coronavirus und seinen Varianten werde der Mensch genauso weiterleben müssen wie mit den Grippeviren. Und wer weiß: Vielleicht wird man sich auch bei der nächsten Grippewelle ganz freiwillig überall dort, wo es eng wird, mit Masken schützen wollen...

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