Am 8. Februar soll es für Menschen über 80 losgehen – Verzögerung auch in Kliniken – Rat fordert Übersicht
Bielefelder Impfzentrum startet später

Bielefeld (WB). -

Gerade erst hat die Stadt Bielefeld die Impf-Einladungen an mehr als 22.000 Bielefelderinnen und Bielefelder über 80 Jahre vorbereitet. Am Samstag sollen sie in den Briefkästen liegen. Jetzt können sie sich nicht schon ab 1. Februar gegen das Coronavirus impfen lassen, sondern Termine erst für die Zeit ab 8. Februar vereinbaren. Grund für das erneute Termin-Wirrwarr sind Lieferschwierigkeiten beim Hersteller Biontech-Pfizer.

Donnerstag, 21.01.2021, 06:02 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 06:11 Uhr
Am Dienstag starteten die Mitarbeiter-Impfungen im Klösterchen – nun ist schon wieder Schluss. Foto: Thomas F. Starke

Und kaum haben die Corona-Impfungen für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern begonnen, da sind sie ebenfalls schon wieder vorbei: Bis zum 31. Januar kann kein Impfstoff geliefert werden. Wie es heißt, kam die entsprechende Info per Mail aus dem Ministerium am Mittwoch um 0.40 Uhr in den Krankenhäusern an.

Für gute Laune sorgte das nicht, auch wenn NRW-Gesundheitsminister Laumann sich persönlich in einem Brief an die Krankenhausmitarbeiter gewandt hat. Darin dankt er für die große Impfbereitschaft und äußert Verständnis für die Enttäuschung, die die Verzögerung ausgelöst hat. Das Evangelische Klinikum Bethel und das Klinikum Bielefeld hatten am Montag mit den Impfungen für Mitarbeiter von Intensivstationen, Covid-Stationen, Notaufnahmen und sensiblen Bereichen wie der Onkologie (wo besonders immungeschwächte Patienten behandelt werden) begonnen, im Franziskus-Hospital ist es am Dienstag losgegangen.

EvKB und Klinikum mussten am Mittwoch bereits die geplanten Impfungen absagen – im EvKB waren 180 Termine vergeben worden –, das Klösterchen konnte noch 60 Dosen verimpfen, die am Dienstag geliefert worden waren.

Laut einem ministeriellen Schreiben, das Prof. Dr. Theodor Windhorst, Bielefelds leitender Impfarzt und Koordinator der Impfungen, am Dienstagabend erhalten hat, können die Impfungen am 1. Februar in den Krankenhäusern und Pflegeheimen wieder aufgenommen werden. „Bestellungen (des Vakzins, Anm. der Redaktion) für den Zeitraum vom 22. bis 31. Januar sind nur noch für die erforderlichen Zweitimpfungen durchzuführen“, heißt es in der Mail.

Für den Start im Impfzentrum scheinen die Impfdosen, die ab 1. Februar wieder geliefert werden, aber nicht zu reichen. Aus dem Düsseldorfer Gesundheitsministerium verlautete, dass die 53 Impfzentren im Land erst mit einer Woche Verzug ihre (öffentliche) Arbeit aufnehmen sollen.

Der Impfstart und das Debakel um die verspäteten Corona-Meldungen aus Bielefeld an das Landeszentrum für Gesundheit sowie an das Robert-Koch-Institut waren am Mittwoch auch Thema in der Ratssitzung. Die Verwaltung wurde in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen beauftragt, die Daten zu der vorhandenen Impfmenge, der täglich verabreichten Erst- und Zweitdosen sowie der insgesamt mit Erst- und Zweitdosis geimpften Bielefelderinnen und Bielefeldern zweimal pro Woche zu veröffentlichen. Mittelfristig soll es auch tagesaktuelle Daten geben. So könnten eventuell zukünftig auftretende Verzögerungen bei der Nutzung des zur Verfügung stehenden Impfstoffes umgehend erkannt und aus dem Weg geräumt werden. Der Antrag enthält auch den Appell an die Bevölkerung, die Impfkampagne in Bielefeld nach Kräften zu unterstützen.

In der Ratssitzung ging es vor allem darum, dass der Melderückstau im Bielefelder Gesundheitsamt nicht rechtzeitig von der Verwaltungsleitung erkannt worden sei. Krisenstableiter Ingo Nürnberger hatte unter anderem erklärt, während seines Urlaubs zehn Tage keine Mails eingesehen zu haben. Das Ausmaß des Verzugs sei erst am 4. Januar deutlich geworden.

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