Textilunternehmen will bis zu 25 von 35 Standorten weiterführen – bislang sechs Filialen in OWL
Van Laack übernimmt Modehändler Sør

Oelde (WB) -

Der insolvente Modehändler Sør mit Sitz in Oelde (Kreis Warendorf) wird zum 1. März vom Mönchengladbacher Textilunternehmen Van Laack übernommen. Wie Van Laack am Montag mitteilte, sollen neben dem Onlineshop auch 21 bis 25 der hierzulande 35 Filialen des renommierten Damen- und Herrenausstatters weitergeführt werden.

Montag, 18.01.2021, 21:42 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 22:46 Uhr
Die Sør-Filiale am Alten Markt in Bielefeld. Bis zu 25 der zuletzt 35 Standorte hierzulande sollen weitergeführt werden. Foto: Hans Sellmann

Christian von Daniels, geschäftsführender Gesellschafter von Van Laack, kündigte Investitionen in die Sør-Geschäfte an.

Die Filialen sollen bis Ende April renoviert und neugestaltet werden. Welche genau, das soll in den kommenden Wochen geklärt werden – und hängt auch von Verhandlungen mit Vermietern ab. Sechs Sør-Modehäuser gibt es bislang in OWL: In Bielefeld, Paderborn und Minden werden Damen- und Herrenmode jeweils getrennt angeboten. Von der Entscheidung über die Fortführung einzelner Standorte hängt auch das Schicksal der rund 200 Sør-Mitarbeiter ab, davon sind rund 30 in der Zentrale in Oelde tätig.

Neuer Sør-Chef wird Oliver Lübbenjans, der zuletzt beim schwedischen Hemdenhersteller Eton das Europageschäft leitete. Sein Ziel sei es, Sør wieder zu einem führenden Modehändler in Deutschland zu machen.

Die Krise im stationären Modehandel erfasste das Unternehmen 2018. Seinerzeit war der Umsatz von zuvor knapp 50 Millionen Euro um fast zehn Prozent eingebrochen. Der Verlust vor Steuern wurde auf acht Millionen Euro beziffert. Thomas Rusche, der Sør in vierter Generation führte, ergriff daraufhin diverse Maßnahmen zur Sanierung. Die Zahl der 60 Filialen wurde reduziert – vor allem durch eine Zusammenlegung von Damen- und Herrenmode-Häusern. Auch mehrere Läden wurden geschlossen, darunter die Filiale in Herford. Die Zahl der Mitarbeiter sank von 250 auf 200.

Um Geld für die Sanierung des Modefilialisten locker zu machen, ließ Rusche auch Teile der Kunstsammlung des Unternehmens und seiner Familie versteigern. Beim ersten Aufruf wurden im Mai 2019 alle 150 angebotenen Werke verkauft. Der Erlös übertraf dabei mit 2,5 Millionen Euro die Erwartungen.

Im Februar 2000 meldete Sør ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an. Sanierer Thomas Fox nannte Altlasten als Grund für den Schritt. 18 weitere Filialen wurden geschlossen.

Die Anfänge des Unternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1897. Die Basis für Sør in der heutigen Form legten Egon und Doris Rusche als Vertreter der dritten Generation 1956 mit der Eröffnung des ersten Geschäfts in Bielefeld. Wegen eines Namensstreits wurde aus »Sir« 1967 dann Sør.

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