Trotz aller Rückschläge während der Corona-Pandemie: Bielefelds Theater-Dramaturgin Elisa Hempel bleibt Optimistin
„Nicht für den Papierkorb gearbeitet“

Bielefeld -

Tage, bevor „Rose Bernd“ von Gerhart Hauptmann im März 2020 Premiere im Bielefelder Theater am Alten Markt (TAM) haben konnte, trat der erste Lockdown in Kraft. Tage, bevor „Frankenstein“ nach dem Roman von Mary Shelley am 7. November 2020 erstmals im TAM gespielt werden konnte, war Lockdown Nummer 2 erlassen worden. Und auch „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist wird nicht, wie eigentlich geplant, ab Ende Januar in Bielefeld über die Bühne gehen.

Montag, 18.01.2021, 06:30 Uhr
Die Inszenierung „Rose Bernd“ am Theater am Alten Markt (TAM) sollte eigentlich im März 2020 Premiere feiern, doch dann trat der erste Lockdown in Kraft. Foto: Philipp Ottendoerfer

Dramaturgin Elisa Hempel ist für alle drei Stücke mitverantwortlich, hat monatelange Arbeit investiert und ist, trotz aller Rückschläge, immer noch voller Hoffnung, dass die Stücke aufgeführt werden. Irgendwann. Dann, wenn es die Corona-Lage zulässt.

Elisa Hempel ist seit der Spielzeit 2019/20 für das Bielefelder Theater als Dramaturgin tätig, war unter anderem mitverantwortlich für die Inszenierung des Erfolgsstücks „Neujahr“ nach dem Roman von Juli Zeh.

Sie ist voller Zuversicht, dass „Rose Bernd“, „Frankenstein“ und „Amphitryon“ noch ihr Publikum finden werden: „Nein, die Stücke sind nicht vom Tisch.“ „Frankenstein“ sei bereits nach Corona-Hygiene- und Abstandsvorgaben inszeniert, was eine Herausforderung gewesen sei. Das Stück könne vergleichsweise schnell auf den Spielplan gesetzt werden, wenn das Theater wieder öffnen dürfe. Sie wisse, so Hempel, dass die vier „Frankenstein“-Mitwirkenden auch ohne offizielle Proben „dran“ geblieben seien, damit, so die Dramaturgin, „die Inszenierung frisch bleibt“. Ein paar Proben – und dann sei „Frankenstein“ wieder aufführungsfähig, ist sie überzeugt.

Auch die Proben für „Amphitryon“ hätten vor dem „harten Lockdown“ und entsprechenden Verboten bereits begonnen: „Sobald es wieder möglich ist, können die Proben wieder aufgenommen werden.“

Nur „Rose Bernd“ sei noch nicht unter AHA-Auflagen geprobt worden, sie wünsche sich aber, dass das Stück in „normalen“ Zeiten, vielleicht in der Spielzeit 2021/22, auf den Spielplan kommt. Elisa Hempel: „Nein, wir haben trotz der Pandemie nicht für den Papierkorb gearbeitet.“

Als Dramaturgin betreue sie pro Spielzeit vier bis fünf Stücke, oft mit einem Jahr Vorlauf. Dass sie damit die Gelegenheit habe, sich intensiv mit oft sehr unterschiedlichen Sujets zu beschäftigen, betrachte sie als Privileg, so Elisa Hempel, die vor ihrer Bielefelder Zeit in Bonn am Theater engagiert war.

Als die Premiere von „Rose Bernd“ im März abgesagt werden musste, sei das, so die Dramaturgin, noch ein Schock gewesen („Wir konnten es zunächst gar nicht glauben“), bei „Frankenstein“ im November sei man dann bereits mit der Situation vertraut gewesen. Elisa Hempel betont, dass sie die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Pandemie richtig finde: „Ein Theaterbesuch soll ein schönes Erlebnis sein ohne Angst vor einem Virus.“ Ihr persönlich würden nicht zuletzt die Publikumsgespräche fehlen: „Es ist wichtig, Resonanz zu bekommen auf das, was wir machen.“

Sie sei gespannt darauf, die bereits inszenierten, aber noch nicht aufgeführten Stücke zu sehen, wenn die Proben wieder aufgenommen werden könnten: „Gespannt auch auf meine eigene Reaktion darauf – nach so langer Zeit.“

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