Weil die Gäste fehlen: Bielefelder Hoteliers hoffen auf ein baldiges Ende des Shutdowns
Viele Betten bleiben leer

Bielefeld -

Geschäftsreisen sind in der Coronakrise zwar nicht verboten, doch Tagungen fallen aus und viele Besprechungstermine werden von den Firmen ins Internet verlegt. Als Folge kämpfen viele Bielefelder Hotels ums Überleben.

Montag, 18.01.2021, 05:30 Uhr
Eine Hotelangestellte richtet ein Bett her – das ist mangels Gästen ein sehr seltenes Bild geworden. Foto: dpa

Der Bielefelder Hof am Hauptbahnhof bleibt vorerst bis zum Ende des Monats geschlossen. Direktor Martin Roßmann erklärt: „Wir könnten zwar oft fünf oder sechs Zimmer belegen, doch dafür müsste ich das komplette Haus heizen. Das rechnet sich einfach nicht.“ Seine Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit und kommen höchsten für einige Stunden an ihren Arbeitsplatz, um beispielsweise Wartungs- oder Reinigungsaufgaben zu erledigen.

Andere bearbeiten im Homeoffice eingehende Reservierungen oder planen Veranstaltungen für die Zeit nach dem Shutdown. „Meiner Erfahrung nach wird bisher nichts endgültig storniert, sondern alles auf einen späteren Zeitpunkt verschoben“, sagt Roßmann.

 

Heike Becker vom Brenner-Hotel in Sieker sieht für ihr Haus einen leichten Aufwärtstrend: „Nach den Feiertagen geht es jetzt langsam wieder los. Ich hoffe, dass die Firmen in de Umgebung wieder vermehrt arbeiten. Allerdings liegt die Auslastung bei ungefähr 15 Prozent. Diese Situation ist ohne Hilfen nicht zu überleben.“ Immerhin sei ein erster Teil der beantragten Überbrückungshilfen inzwischen geflossen.

Schade findet Heike Becker den derzeitigen Zustand für ihre Auszubildenden: „Im Moment müssen alle alles machen. Zum Beispiel müssen die Köche auch mal ein Zimmer putzen, obwohl das nicht zu ihrer Ausbildung gehört.“

Das Hotel Weitblick im Stadtbezirk Jöllenbeck wird überwiegend von Geschäftsreisenden und für Tagungen genutzt. Inhaberin Andrea Schwesinger hat ihr Haus auch im Shutdown für Geschäftsreisende offen gehalten. Sie sagt: „Eine komplette Schließung war für uns als Familienbetrieb keine Option. Schließlich geht es darum, das Überleben des Hotels und die Arbeitsplätze zu sichern. Und wenn sich die Situation wieder bessert, brauche ich meine Mitarbeiter.“

Für alle Häuser gilt, dass Renovierungsarbeiten zurück gestellt werden, sofern sie nicht in Eigenarbeit realisiert werden können. „Dafür fehlt zur Zeit schlicht das Geld“, berichten die Hotelbetreiber.

Regine Tönsing, Hauptgeschäftsführerin des Fachverbandes DEHOGA Ostwestfalen, bestätigt die Erfahrungen der Hoteliers: „Nach den Feiertagen erholt sich die Situation ganz langsam und erste Geschäftsreisende trudeln wieder ein. Es sind vor allem Mitarbeiter von Unternehmen, die hier Maschinen oder Bauvorhaben betreuen.“ Finanzielle Hilfen für die Hotelunternehmen laufen langsam an: Tönsing: „Abschläge für November und Dezember sind inzwischen an die Betriebe geflossen. Allerdings sind die Beträge oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und vor allem größere Häuser oder Hotels, die zu einer Kette gehören, fallen aufgrund ihrer Umsätze und bereits gewährter Kredite durch das Raster.“

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