Erfahrungen nach den ersten Wochen der Immunisierung in Bielefeld
Impfreaktionen „im grünen Bereich“

Bielefeld -

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ine Rötung am Arm, Kopfschmerzen, leichtes Fieber bis 38 Grad – das sind die Impfreaktionen, die Dr. Theodor Windhorst bislang gemeldet worden sind. „Schwerwiegendes lag nicht vor“, betont der Leiter des Bielefelder Impfzentrums. Aber es gibt dennoch Auffälligkeiten.

Samstag, 16.01.2021, 08:00 Uhr
Nach den ersten Impfwochen in Bielefeld gibt es eine erste Bilanz.

Bislang wurden in Bielefeld die Bewohner von Pflegeheimen gegen das Coronavirus immunisiert, in der kommenden Woche ist das Krankenhauspersonal an der Reihe, danach folgen ab 1. Februar die ambulanten Pflegedienste, der Rettungsdienst der Feuerwehr und die Menschen jenseits der 80.

Heftige, spontane allergische Reaktionen, wie die drei Fälle, die aus England gemeldet wurden, gab es noch nicht und sind auch, wie Windhorst betont, aus ganz Deutschland noch nicht mitgeteilt worden. „Für diesen Fall haben wir ja auch eine Kurzüberwachung in den ersten 15 bis 30 Minuten nach der Impfung.“

Dass es leichte Impfreaktionen gebe – wie sie viele kennen, die sich etwa gegen Grippe impfen lassen – sei hingegen normal: „Das zeigt, dass das Immunsystem in Wallung kommt und Antikörper gebildet werden.“

Die Menschen haben keinerlei Corona-typischen Symptome oder Auffälligkeiten gezeigt.

Dr. Bodo de Vries

Auch Dr. Bodo de Vries, Vorstandsmitglied des Evangelischen Johanneswerkes und in dieser Funktion auch für die Alten- und Pflegeheime zuständig, weiß von keinerlei Impfproblemen. „30 von unseren 37 Einrichtungen sind durchgeimpft, das sind – Stand Donnerstagabend – 2055 Bewohner und 1728 Mitarbeiter.“ Komplikationen seien von den Heimen nicht gemeldet worden. Gleichwohl: Es gab jeweils einige Tage nach den Impfungen sieben Todesfälle, für die de Vries absolut keine Erklärung hat: „Die Menschen haben keinerlei Corona-typischen Symptome oder Auffälligkeiten gezeigt.“

Ungewöhnlich sei allerdings gewesen, dass im Bielefelder Dorothee-Sölle-Haus eine große Gruppe der Bewohner eine Woche nach der Impfung Corona-positiv getestet wurde, keiner von ihnen aber Symptome hatte. „Das war ein einmaliger Fall“, sagt de Vries.

Denkbar sei, meint er, dass sich die Bewohner kurz vor der Impfung infiziert hätten, dies aber von dem Schnelltest, der kurz vor dem Piks routinemäßig vorgenommen werde, noch nicht erfasst worden sei. „Der entdeckt 95 Prozent der Corona-Verdachtsfälle, womöglich war die Viruslast noch nicht hoch genug.“

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