Im künftigen Nahversorgungszentrum an der Windelsbleicher Straße in Bielefeld rollt der Abrissbagger
Aldi sagt ab – jetzt kommt Rewe nach Senne

Bielefeld (WB) -

Am Rande des Neubaugebietes Breipohls Hof rollt bereits der Bagger, der einen Altbau abreißt, um Platz für neues Gewerbe zu schaffen. Die politischen Gremien werden in den nächsten Tagen den Bebauungsplan wohl absegnen, mit dem vor allem der Wunsch des Discounters Aldi erfüllt werden sollte, sich dort anzusiedeln. Jetzt wurde aber klar: Aldi hat das Vorhaben zurückgezogen – stattdessen kommt Rewe.

Samstag, 16.01.2021, 11:01 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 11:10 Uhr
Auf dem Areal zwischen Friedrichsdorfer und Windelsbleicher Straße laufen schon die Abrissarbeiten. Foto: Peter Bollig

Im Herbst war es zu dem Wechsel der Interessenten gekommen, sagt Christian Rohde vom Investor Halsdorfer-Ingenieure. Das Unternehmen aus Burgdorf hat die Entwicklung der Gewerbefläche vorangetrieben, steckt rund elf Millionen Euro in das 9200 Quadratmeter große Areal zwischen Windelsbleicher Straße, Friedrichsdorfer Straße und Erdbeerfeld.

Wie berichtet, zieht ein Lebensmittelhändler in das geplante zurückliegende Gebäude. Zur Windelsbleicher Straße hin wird es Gebäude für die Musikschule Senne, das Brillenstudio und eine Filiale der Bäckerei Hensel geben, an der Friedrichsdorfer Straße eine neue Sparkassenfiliale. Zwischen den Häusern sind Kundenparkplätze geplant.

Das Gesundheitszentrum ist aus dem Altbau bereits ausgezogen – und zieht nach eigenen Angaben in den Neubau auch nicht wieder ein, weil er zu wenig Platz biete. Man beschränke sich vorerst auf die bereits bestehenden Praxisräume an der Windelsbleicher Straße 216. Das Brillenstudio von Dirk Kleine-Flaßbeck hat nebenan einen Container bezogen. Die bisherige Unterkunft der Musikschule auf dem Areal wird erst dann abgerissen, wenn der Neubau steht. Der Umzug der Musikschule kann also ohne Übergangslösung erfolgen.

Für den Neubau gibt es Christian Rohde zufolge inzwischen eine Baugenehmigung. Der Abriss des Altbaus hat daher begonnen. Sträucher wurden auf dem inzwischen eingezäunten Gelände gerodet, auch die vorbereitenden Erdarbeiten sollen in diesen Tagen starten. Mit der Genehmigung für Lebensmittelmarkt und Sparkasse rechnet Rohde in den kommenden Wochen. Der Investor geht davon aus, dass die künftigen Nutzer ihre neuen Räume etwa zeitgleich zum Ende dieses Jahres beziehen können.

Als unkritisch gilt, dass die Politik in den nächsten Tagen den Satzungsbeschluss für den zugrundeliegenden Bebauungsplan absegnet – und damit grünes Licht gibt für das Nahversorgungszentrum mit einer Nutzfläche von 2429 Quadratmetern. Dabei hatten sich einige Politiker vor allem dem Druck gebeugt, dass Aldi ganz aus Senne verschwinden könnte, falls sie der Neuausweisung des Nahversorgungszentrums nicht zustimmen und Aldi nicht die Möglichkeit bekommt, seine Senner Filiale zu vergrößern.

Warum der Discounter Aldi-Nord einen Rückzieher gemacht hat, dazu wollte sich Christian Rohde nicht äußern. Aldi Nord war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Dem Vernehmen nach hat Aldi einen Rückzieher gemacht, als nachträglich ein Gebäude für die Sparkasse in die Pläne aufgenommen wurde.

Zudem heißt es, Aldi werde wohl am jetzigen Standort am Senner Marktplatz bleiben. Eine Perspektive für eine Vergrößerung könnte sich ergeben, weil die VHS in einigen Monaten auf der gleichen Etage im Gebäude auszieht.

Eine gestalterische Umplanung im neuen Nahversorgungszentrum sei durch den Wechsel des Interessenten nicht notwendig, sagt Christian Rohde. Rewe werde, wie für Aldi auch vorgesehen, den eingeschossigen Bau mit einer Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern und einer Fassade in hellem Klinker beziehen.

Eine Entwicklung zeichnet sich unterdessen auch auf der anderen Seite der Windelsbleicher Straße ab: Wie berichtet, plant Grundstückseigentümer Adolf Kampeter den Abriss seines früheren Hotels zur Spitze. Im geplanten Neubau an gleicher Stelle soll eine Filiale der Drogeriekette Rossmann eröffnen.

Der eigentlich schon für 2020 vorgesehene Abriss ziehe sich noch hin, sagt Kampeter auf Anfrage. Die Baugenehmigung sei aber inzwischen beantragt. Er warte nun auf das Startsignal aus dem Bauamt.

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