Reitsportler und CDU-Gründungsmitglied
Trauer um Hilarius Simons

Bielefeld -

Der Reitsport hat sein Leben besonders geprägt. Der Bielefelder Hilarius Simons ist am 5. Januar im Alter von 93 Jahren verstorben.

Sonntag, 10.01.2021, 14:50 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 14:54 Uhr
Im Alter von 93 Jahren verstorben: Hilarius Simons. Hier zeigt er sein CDU-Parteibuch von 1946. Foto: Hans-Werner Büscher

Er war lange Zeit Vorsitzender des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) in Warendorf und Equipechef der Military-Reiter bei den Olympischen Spielen in München 1972, Montreal 1976 und Los Angeles 1984. Simons war verheiratet, Vater von fünf Kindern und vielfacher Großvater.

1946 gehörte Simons als junger Mann zu den Gründungsmitgliedern der Bielefelder CDU. In diesem Jahr hätte sich seine Mitgliedschaft in der Union also zum 75. Mal gejährt.

Geboren wurde Hilarius Simons 1927 in Münster. Später zog die Familie nach Bielefeld. Er besuchte das Ratsgymnasium und legte dort sein Abitur ab. Mit 15 Jahren wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen. Er absolvierte kaufmännische und chemisch-technische Ausbildungen, studierte anschließend Volkswirtschaft in Münster und arbeitete schließlich in der väterlichen Handelsvertretung.

»Ich komme aus einem politischen Elternhaus«, sagte Simons 2009 im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem die Mutter, gläubige Katholikin, konnte mit den Nazis nichts anfangen und eckte häufig an. »Am Ende konnten wir froh sein, dass wir von niemandem angeschwärzt worden sind«, so Simons damals. Der Vater, als Offizier in Brüssel im Einsatz, wurde bei Kriegsende von den Briten in den ersten Bielefelder Rat berufen – auf Vorschlag der Katholischen Kirche.

Auf dem Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen hatte Simons all das miterlebt. Fast selbstverständlich war es für ihn, dass er 1946 Gründungsmitglied der Bielefelder CDU wurde. »Eine christliche Volkspartei stand uns am nächsten. Darin haben wir die Zukunft gesehen«, so sein Verständnis. Das katholische »Zentrum«, das damals ebenfalls wieder gegründet wurde, hätte im erzprotestantischen Bielefeld keine Chance gehabt.

Im Reitsport war Simons 15 Jahre ehrenamtlich geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Reiter- und Fahrerverbandes (DRFV), seit 2001 war er dessen Beiratsmitglied. Er war Vorsitzender der Buschreiter im Warendorfer Olympiade-Komitee und 2002 Gründungsvorstand des westfälischen „Freundeskreises Vielseitigkeit“. Zusammen mit dem westfälischen Verbandspräsidenten Ernst-August Delius initiierte er 1983 erstmals die Geländepferde­prüfungen.

Hilarius Simons engagierte sich außerdem für zahlreiche Sozialprojekte im Nahen Osten. 1972 wurde er deshalb vom Kardinal-Großmeister Maximilien Kardinal de Fürstenberg zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und im Aachener Dom durch Lorenz Kardinal Jaeger, Großprior der deutschen Statthalterei, und Hermann Josef Abs, Statthalter in Deutschland, in den Orden aufgenommen.

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