Bielefelder Stiftung Solidarität weitet Hilfsangebote in Corona-Zeiten aus
Einkauf online organisieren

Bielefeld -

Wer am Wochenende unversehens in Quarantäne gerät und am Montag womöglich in einen leeren Kühlschrank schaut, kann nun noch unkomplizierter Einkaufshilfe erhalten: Die Stiftung Solidarität macht‘s möglich.

Freitag, 08.01.2021, 13:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 17:47 Uhr
In der Sortierstelle besprechen sich (von links) Katarina Zacharaki, Nicole Güse, die Einkauf und Auslieferung organisiert, und Jutta Geisler von der Solidarischen Coronahilfe. Foto: Thomas F. Starke

Bereits seit November gibt es den Service quasi analog: Ein Anruf unter der 0521/2997700, und man konnte einem freundlichen Menschen seine Wünsche mitteilen. Nun ist das Angebot erweitert worden: um einen Online-Bestell- und Bezahl-Service.

Ausdrücklich, sagt Franz Schaible, Vorsitzender der Stiftung Solidarität, sei dies nicht gedacht als Einkaufsservice für Jedermann: „Wir richten uns damit an Menschen, die zum Beispiel wegen der Coronapandemie in Quarantäne müssen oder aus anderen Gründen nicht mobil sind.“

Wer die Hilfe in Anspruch nehmen möchte, kann online einen Betrag seiner Wahl als Vorkasse einzahlen (mittels Lastschrift, PayPal oder Giropay) und dann seine Einkaufswünsche mitteilen – bis hin zur Wahl des Geschäftes, der Drogerie oder Apotheke, in denen eingekauft werden soll.

Mehl, Milch, Äpfel oder Taschentücher werden dann von freiwilligen Helfern bis an die Tür geliefert. Dafür ist ein kleiner Obolus fällig: Je drei Euro für Einkauf und Lieferung, mithin also mindestens sechs Euro. Wer mag und kann, darf bis zu zwölf Euro geben. „So finanzieren wir diesen Service für Menschen, die in Grundsicherung leben“, sagt Schaible. Denn ihnen werden nur zwei Euro abverlangt.

Die Gebühr ist nicht nur eine kleine Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen, sondern dient auch dazu, sie für den Fall eines Unfalles zu versichern. Wer helfen will – und Ehrenamtliche sind immer willkommen – kann einen Ehrenamtsvertrag aus dem Netz herunterladen. „Mehr als 400 Ehrenamtliche haben sich bereits auf unserer Liste eingetragen, freut sich Katarina Zacharaki, die bei der Stiftung für das Projekt Solidarpaket zuständig ist. Sie freut sich über diese Bereitschaft, „schließlich hat nicht jeder hilfsbereite Nachbarn oder die sind gar selbst in Quarantäne“.

Ab sofort soll dieser Service NRW-weit möglich sein. Es reicht, wenn sich dafür Hilfsbedürftige und Ehrenamtliche auf der Internet-Seite (www.solidarshop.de) registrieren.

Ebenso soll das System landesweit ausgeweitet werden auf Familien mit Kindern, denen nach dem Gesetz über Bildung und Teilhabe (BuT) ein kostenloses Mittagessen in der Kita oder in der Schule zusteht und die von Lockdown und Quarantäne betroffen sind. In Bielefeld beliefert der Solidarshop in der Meisenstraße diese Familien seit November mit Lebensmitteln. Die Kosten werden aus dem BuT-Topf getragen, als Ersatz für das ausgefallene Mittagessen: „Wenn Kitas und Schulen geschlossen sind, erstattet die Stadt den Familien pro Tag und Kind vier Euro für ein entgangenes Mittagessen – als elek­tronische Gutschrift“, erklärt Zacharaki. Dieser Gutschein kann im Solidarshop eingelöst werden.

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