Politik fordert erneut raschen Baubeginn für Bielefelder Großprojekt an der Greifswalder Straße
Warten auf 280 Wohnungen

Bielefeld -

Wohnraum wird in Bielefeld so dringend benötigt wie seit vielen Jahren nicht mehr. An vielen Stellen im Stadtgebiet wird nach geeigneten Flächen für neue Häuser gesucht. Ein Areal, auf dem bis zu 280 neue Wohnungen entstehen sollen und das damit zu den größten Neubauflächen in Bielefeld zählt, liegt jedoch immer noch brach. Obwohl es schon seit fast drei Jahren Baurecht gibt, geht es an der Greifswalder Straße in Sieker bislang noch nicht voran.

Samstag, 09.01.2021, 17:00 Uhr
Die Planungen für eine Bebauung des Geländes an der Greifswalder Straße laufen bereits seit 2013. Foto: Bernhard Pierel

Investor Masoud Saadat versichert auf Nachfrage jedoch, dass er „Gewehr bei Fuß“ stehe. „Wir arbeiten an der Ausführungsplanung und vervollständigen die Planungsunterlagen. Vor Baubeginn müssen wir bei einem solchen Riesen-Projekt jedoch zunächst die Finanzierung zu 100 Prozent sicherstellen“, erklärt Saadat. Dazu fehle jedoch noch eine schriftliche Zusage einer Bank, um die gesamte Investition, deren Höhe Saadat mit 39 Millionen Euro angibt, abzusichern. „Darauf warten wir“, so der Architekt und Bauherr.

Für die geplanten Häuser gebe es bereits mehrere Käufer, mit denen er im Gespräch sei. In den Vertrieb wolle er jedoch erst gehen, wenn die Finanzierung in der gesamten Summe abgesichert sei, so Masoud Saadat. Sobald diese vorliege, könne auch zeitnah mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Dass sich auf der Fläche bislang noch nichts tut, sorgt bei den Mitgliedern der Bezirksvertretung Stieghorst für immer größeren Ärger. Bereits seht mehreren Jahren fordern sie, dass auf dem insgesamt knapp 4,5 Hektar großen Gelände an der Greifswalder Straße endlich etwas geschieht. Nachdem die Fraktion der Grünen in der Dezember-Sitzung der Bezirksvertretung eine Anfrage an die Verwaltung gestellt hatte, soll das Thema bei der kommenden Sitzung, die für den 28. Januar geplant ist, erneut auf die Tagesordnung. „Wir wollen jetzt endlich eine Lösung bekommen“, sagt Stieghorsts Bezirksbürgermeister Bernd Henrichsmeier.

Schon seit 2013 wird über eine Bebauung an der Greifswalder Straße beraten. Nachdem dort zunächst größere Wohnblocks geplant waren, stockte das Vorhaben. 2017 übernahm dann das Unternehmen Dolphin Capital aus Hannover das Projekt. 90 Wohneinheiten in Reihen- und Doppelhäusern sowie Mehrfamilienhäusern waren dabei vorgesehen.

Masoud Saadat, vormals Projektleiter bei Dolphin Capital, übernahm dann die Entwicklung des Gebiets mit seiner eigenen Gesellschaft Europaplan, ebenfalls mit Sitz in Hannover. Er präsentierte Pläne mit 250 bis 280 Wohneinheiten in 16 mehrgeschossigen Gebäuden. Ein Großteil der Wohnungen sollen als Eigentum verkauft, ein Viertel als öffentlich geförderter Wohnraum errichtet werden. Zu den Plänen gehören auch ein Quartiersplatz und eine Tiefgarage.

Diesen Plänen stimmte die Bezirksvertretung Stieghorst dann Ende Februar 2018 zu, kurz darauf segneten Stadtentwicklungsausschuss und Rat das Vorhaben ebenfalls ab.

Seit dem liegt die Fläche nördlich des Jugendhauses an der Greifswalder Straße jedoch brach, wuchern dort Büsche und Sträucher.

Dabei hatte das städtische Bauamt im vergangenen Sommer bislang schon 199 Wohneinheiten genehmigt und seien auch Anträge auf Wohnungsbauförderung für einige der Häuser gestellt worden, so die Verwaltung. Diese hätten jedoch abgelehnt werden müssen, weil sie nicht den Förderbestimmungen des Landes NRW entsprochen hätten.

Mit dieser Auskunft des städtischen Bauamts auf die Anfrage seiner Partei zeigte sich Grünen-Bezirksvertreter Marc Burauen nicht zufrieden. „Wir sollten die Verwaltung bitten, dass Druck ausgeübt wird. Der Investor soll dazu gebracht werden, dass endlich etwas passiert.“

Auch CDU-Bezirksvertreter Werner Thole (CDU) geht langsam die Geduld aus. Er setzt sich dafür ein, dass die Stadtverwaltung in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung die Situation erläutert. „Wir möchten, dass Baudezernent Gregor Moss selbst in die Sitzung kommt.“

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