Corona: Mitarbeiter in Bielefelder Pflegeheimen von Bethel und Johanneswerk teils schon immunisiert
Zwei Drittel sind impfwillig

Bielefeld -

Mit einem Appell an das Berufsethos hat der Pflegebevollmächtigte des Bundes, Andreas Westerfellhaus, das Personal in Pflegeheimen und in Krankenhäusern aufgefordert, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Gut zwei Drittel sind dazu bereit, heißt es übereinstimmend von den von Bodelschwinghschen Stiftungen und dem Evangelischen Johanneswerk. Beide diakonische Einrichtungen setzen darauf, dass diese Zahl noch steigt.

Freitag, 08.01.2021, 06:00 Uhr
Zwei Drittel der Bielefelder Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen wollen sich gegen Covid-19 impfen lassen. Die Arbeitgeber hoffen, dass der Anteil noch steigt.

Bei 60 bis 65 Prozent liege der Anteil der impfwilligen Mitarbeiter in den Einrichtungen, in denen bereits Impfaktionen durchgeführt wurden, sagt Diakon Werner Arlabosse. Er ist Geschäftsführer im Bereich Altenhilfe Bethel, in dem etwa 800 Mitarbeiter beschäftigt sind. „Ich hoffe und glaube, dass dieser Anteil noch steigt.“ Immerhin aber sei die Impffreiheit politisch gewollt, als Arbeitgeber könne und wolle man daran nicht rütteln. Arlabosse denkt, dass vielleicht mancher jüngere Mitarbeiter bislang gezögert habe, weil der Impfstoff knapp sei und er sich weniger gefährdet sieht. Zudem sei „zwischen den Jahren“ mit dem Impfen begonnen worden, als viele noch im Urlaub waren. Er hofft, dass noch einige einsteigen, wenn in den Heimen die zweite Impfrunde beginnt. Mit der ersten will man zum Wochenende durch sein.

Auch in den 37 Pflegeeinrichtungen des Johanneswerkes liegt die Impfbereitschaft der Mitarbeiter bei gut 60 Prozent. „In den Häusern, in denen die Mitarbeiter in den vergangenen Monaten intensiv mit Covid-19 konfrontiert wurden, in denen es positive Fälle bei Bewohnern und Mitarbeitern gab oder sogar Menschen gestorben sind, war der Anteil noch höher“, sagt Vorstandsmitglied Dr. Bodo de Vries.

In 27 Häusern hat es bereits Impfaktionen gegeben, in 18 wurden auch die Mitarbeiter einbezogen. „In einem Haus haben sich mehr als 80 Prozent impfen lassen, in fünf weiteren gut 70 Prozent und in den restliche 13 mehr als 60 Prozent.“ 3500 Heimplätze hat das Johanneswerk und etwa ebenso viele Mitarbeiter. „Eine reduzierte Impfbereitschaft kann ich nicht erkennen – eher das Gegenteil ist der Fall.“

Auch de Vries rechnet damit, dass sich noch mehr Mitarbeiter für die Immunisierung mittels Spritze entscheiden. „Viele haben in den vergangenen Monaten mit großem Risiko an vorderster Front gearbeitet. Ich denke, dass sie nach diesen Erfahrungen ihr Risiko senken wollen.“ Zum anderen setzt er darauf, dass Skeptiker umschwenken, wenn sie die guten Verläufe sehen.

Entlassungen von Impfverweigerern werde es selbstverständlich nicht geben. Aber man müsse darüber nachdenken, wie man mit nicht geimpften Heimbewohnern, Mitarbeitern und Besuchern umgehe: „Wir müssen in diesen Fällen weiter den Infektionsschutz ernst nehmen. Unter Umständen wird es dazu eine Allgemeinverfügung geben müssen.“

Im Johanneswerk sei man gerade dabei, weiteres Informationsmaterial über die Impfstoffe zusammenzustellen. Zudem vermutet de Vries, dass sich womöglich erweisen werde, dass Geimpfte Vorteile haben: beim Reisen oder im Restaurant. „Sie haben vielleicht schneller wieder ein normales Leben.“

 

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