Eltern kritisieren Haltung einiger Bielefelder Träger zu eingeschränktem Betrieb
Stadt erwägt Erstattung der Kita-Beiträge

Bielefeld -

Die Stadt Bielefeld erwägt nach Informationen dieser Zeitung eine Erstattung der Kita-Gebühren während des Lockdowns. Voraussetzung sei eine finanzielle Beteiligung des Landes, hieß es dazu am Donnerstag aus dem Rathaus.

Freitag, 08.01.2021, 07:36 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 07:40 Uhr
Eine Kita ohne Kinder: Die Eltern sollen den Nachwuchs möglichst zu Hause betreuen. Foto: Daniel Salmon

Die Stadt Bielefeld erwägt nach Informationen dieser Zeitung eine Erstattung der Kita-Gebühren während des Lockdowns. Voraussetzung sei eine finanzielle Beteiligung des Landes, hieß es dazu am Donnerstag aus dem Rathaus. Details werden voraussichtlich an diesem Freitag bekannt gegeben.Der Jugendamtselternbeirat (JAEB), die Interessenvertretung der Bielefelder Kita-Eltern, fordert eine Erstattung der Kita-gebühren und Essensgelder während der coronabedingten Einschränkungen.

Grundsätzlich hat der JAEB die Beschlüsse des Landes NRW, die Kitas bis Ende Januar in einem eingeschränkten Betrieb aufrecht zu erhalten, begrüßt. Nicht in allen Einrichtungen in Bielefeld werde dies auch praktisch umgesetzt, kritisieren die Kita-Eltern. „Uns liegen Rückmeldungen von Bielefelder Eltern vor, dass teilweise erheblicher Druck aufgebaut wird, die Betreuung nicht in Anspruch zu nehmen, während in anderen Einrichtungen eine regelrechte Willkommenskultur stattfindet“, so JAEB-Sprecher David Hepach.

Der JAEB rechnet damit, dass viele Eltern ihre Kinder zu Hause lassen werden, fordert dafür jedoch ein Entgegenkommen der Politik: „Wenn an uns Eltern appelliert wird, die Kinder zu Hause zu lassen, dann müssen auch die üppigen Kitagebühren und Essensgelder erstattet werden.“ Die Initiative der SPD-Landtagsfraktion und die Ankündigung von FDP-Familienminister Stamp werde an dieser Stelle ausdrücklich unterstützt.

Für Unmut bei den Eltern, sorgen Äußerungen von Politikern verschiedener Parteien, die Eltern auffordern zu Hause zu arbeiten und gleichzeitig ihr Kind zu betreuen. „Wer Kinder hat weiß, dass sich Home Office und die Betreuung eines Kita-Kindes nicht vereinbaren lassen“, so JAEB-Sprecherin Nadine Niewöhner.

Der Elternbeirat weist auf die Möglichkeit hin, dass nun bis zu zehn zusätzliche Kind-Krankentage pro Elternteil und pro Kind zur Betreuung genutzt werden können, auch wenn das Kind nicht krank ist. „Ein gutes Signal an die Eltern“, so Elternvertreterin Franziska Schütz. Aber: Nicht bei allen Arbeitgebern stoße diese Regelung auf Verständnis. Dabei weist Elternvertreter Benedikt Ertel darauf hin, dass dem Arbeitgeber das gezahlte Kinderkrankengeld – in etwa 90 Prozent des Nettolohnes – in voller Höhe erstattet werde. Trotzdem berichten einige Eltern, dass sie aus Angst vor Jobverlust auf diese Möglichkeit verzichten wollen.

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