31-Jährige ergaunert in Bielefeld 40.000 Euro
Kranke Freundin dreist betrogen

Bielefeld WB -

51 Mal hat eine 31-Jährige ihre pflegebedürftige Bekannte um Geld gebeten – angebliche Darlehen, um Engpässe und vermeintliche Notlagen zu überbrücken. Am Ende waren es nach Kenntnis der Staatsanwaltschaft 40.390 Euro, die sie sich so durch Täuschung erschlichen hat.

Freitag, 08.01.2021, 05:33 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 05:40 Uhr
Wegen Betruges musste sich eine 31-Jährige vor dem Bielefelder Amtsgericht verantworten. Foto: Peter Bollig

Dafür musste sich die Frau nun vor dem Bielefelder Amtsgericht verantworten und bekam nur deswegen die Chance, mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, damit das Opfer doch noch sein Geld zurückbekommt – und aus Rücksicht vor den Kindern der Angeklagten. Das betonte die Vorsitzende des Schöffengerichts Kirsten Reichmann. Das Gericht war überzeugt, dass die 31-Jährige, die derzeit bei Hannover lebt, damals in Bielefeld durch Täuschung ihren Lebensunterhalt bestreiten und das Geld für sich behalten wollte.

51 Fälle listete die Staatsanwaltschaft für den Zeitraum von 2015 bis 2017 mit Datum und Höhe der Beträge auf, die sich die Angeklagte vom Opfer überweisen ließ – mal geringe von 30, oft aber höhere zwischen 1500 und 5000 Euro. Zwischen den Überweisungen lagen oft nur wenige Tage. Mal sollte das Geld für eine Renovierung, mal für eine Operation bestimmt sein. Die Geschädigte habe sich „von der angeblichen Not überzeugen lassen“, sagte ein Rechtsanwalt, der den Prozess für das Opfer begleitete, das inzwischen in einer Pflegeeinrichtung lebt. Als Sicherheit soll eine Lebensversicherung benannt worden sein, die es nicht gab, zudem eine Aufstellung der Schulden in einem gefälschten Schreiben mit dem Briefkopf eines Anwalts.

Die Angeklagte räumte die Taten über ihren Verteidiger Stefan Gerold ein. Demnach hatte seine Mandantin, von Beruf Altenpflegerin, das Opfer, das unter Multipler Sklerose leidet, über eine Internetplattform kennengelernt, auf der es eine Pflegerin suchte. Zum Anstellungsverhältnis sei es nicht gekommen, aber man habe sich angefreundet, die heute 31-Jährige habe die ältere Frau regelmäßig besucht.

Die Angeklagte sprach von gemeinsamen Plänen, die Bekannte bei sich einziehen zu lassen, um sie pflegen zu können. „Das war wie ein Mutter-Tochter-Verhältnis.“ Ihr Verteidiger machte klar, dass seine Mandantin über ihre Verhältnisse gelebt habe und vor einer Privatinsolvenz stehe. Sie habe kleinere Beträge zurückgezahlt aber Schwierigkeiten, das zu belegen. Inzwischen lebt die 31-Jährige mit ihren Kindern (4 und 8 Jahre) in einer neuen Beziehung mit regelmäßigem Einkommen.

Eine „pragmatische Lösung“ schlug Vorsitzende Kirsten Reichmann vor und machte daraus einen Beschluss: Mit Monatsraten à 200 Euro soll die Angeklagte die Schulden begleichen. Sollte das die ersten sechs Monate klappen, „können wir über eine Bewährungsstrafe nachdenken“. Bis dahin wurde die Verhandlung ausgesetzt.

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