Vor einem Jahr wurde ein Mann (54) erschossen – der oder die Täter wurden bis heute nicht ermittelt
Mord an Bielefelder bleibt mysteriös

Bielefeld -

Die Mordkommissionen der Bielefelder Polizei klären in der Regel fast jedes Kapitalverbrechen innerhalb weniger Tage auf. Vergangenes Jahr blieb in der Großstadt nur eine Bluttat ungelöst. Die Ermordung eines 54-jährigen Mannes Mitte Januar 2020 in einem Mehrfamilienhaus an der Ecke Siegfried-/Schloßhofstraße gilt bis heute als mysteriös.

Freitag, 08.01.2021, 05:58 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 06:02 Uhr
Tatort Siegfriedstraße 40: Der Mord in diesem Sechs-Familien-Haus im Bielefelder Westen ist bis heute ungeklärt. Foto: Jens Heinze

„Die Ermittlungen dauern immer noch an. Wir gehen einer neuen Spur nach“, bestätigte jetzt der ermittelnde Staatsanwalt Christopher York, dass es nach wie vor keine Hinweise auf einen oder mehrere Täter gebe. Weitere Details könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.

Der Fall, der in der Drogenszene spielen könnte, ist kompliziert. Hilfreiche Zeugenhinweise soll es so gut wie keine geben. Das Opfer, ein gebürtiger Holländer, wurde regelrecht hingerichtet, heißt es aus Ermittlerkreisen. Mehrere Kugeln – jede für sich soll tödlich gewesen sein – trafen den Frührentner in seiner Wohnung in einem großen Sechs-Parteien-Haus im Westen der Innenstadt.

Die Leiche an der Siegfriedstraße 40 wurde erst Tage nach dem Mord am 15. Januar entdeckt. Als der 54-Jährige sich nicht mehr meldete, hatten besorgte Angehörige an jenem Mittwoch gegen 00.50 Uhr die Wohnung des Mannes öffnen lassen. Da war der 54-Jährige mindestens zwei Tage lang tot. Rechtsmediziner grenzten bei einer Obduktion anhand des Verwesungsgrades des Leichnams die Tatzeit auf die Tage zwischen dem 11. Januar, einem Samstag, und dem 13. Januar, einem Montag, ein.

Das letzte Lebenszeichen des Holländers stamme vom Nachmittag des 11. Januar, sagte Staatsanwalt York. Nach der Entdeckung des Leichnams kursierten im Bielefelder Westen Gerüchte, dass das Mordopfer in Drogenhandel verstrickt gewesen sein soll und selbst eine Faustfeuerwaffe besessen habe. Eine Pistole oder ein Revolver wurden in der Tatortwohnung nicht gefunden, erklärte der Staatsanwalt. Dass der 54-Jährige mit Drogen gehandelt haben könnte, halten die Ermittler für sicher. Es wurde Streckmittel für Heroin gefunden.

Zweifelsfrei identifiziert wurde der Erschossene anhand einer Stahlplatte im Körper. Diese wurde dem Mann vor Jahren nach einem brutalen Überfall eingesetzt, bei dem er lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte.

Ein Freund des 54-Jährigen berichtete, dass mit osteuropäischem Akzent sprechende Kriminelle den Holländer gefesselt, geknebelt und ihm schwerste, folgenreiche Kopfverletzungen zugefügt hätten. Dem 54-Jährigen habe eine Stahlplatte im Kopf eingesetzt werden müssen. Er sei auf einem Auge fast erblindet und habe immer wieder körperliche Ausfallerscheinungen gezeigt. Warum das Verbrechen geschah, sei ungeklärt.

Staatsanwalt Christopher York bestätigte den brutalen Überfall. „Das hat sich im Jahr 2012 ereignet. Die Tat wurde nie angezeigt, die Täter wurden nie ermittelt.”

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