Das Jahnplatz-Pflaster sorgt weiter für Diskussionsbedarf
Die kleine Gesteinskunde

Bielefeld -

André Lange­worth, CDU-Fraktionsmitglied in der Bezirksvertretung Mitte, hat genau hingeschaut: „Das Pflaster, das jetzt schon vor Sport Scheck verlegt ist, ist eher grau als beige.“ Wie es denn um die Steine stehe, die jetzt auf dem Jahnplatz gepflastert würden, wollte er am Dienstag in der Sitzung des Gremiums wissen. Schließlich hatte es auch Zweifel an der Qualität des neuen Pflasters gegeben (diese Zeitung berichtete).

Donnerstag, 10.12.2020, 04:17 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 04:20 Uhr
Doch zu grau? Und stimmt die Qualität? Weiterhin gibt es Debatten über die neuen Pflastersteine am Jahnplatz. Foto: Thomas F. Starke

Die leicht ins Grau changierenden Flächen entsprächen exakt den Musterfeldern, die vor Beginn der Arbeiten auf dem städtischen Bauhof verlegt worden seien, antwortete Dirk Vahrson, stellvertretender Leiter des städtischen Amtes für Verkehr und zuständig für die Jahnplatz-Baustelle.

Fest steht allerdings inzwischen, dass es sich bei einem gelieferten braunen Stein nicht um Granit aus Portugal, sondern um einen Anorthosit aus Norwegen handelt. Der soll von noch besserer Qualität sein als der eigentlich georderte Granit. Auffälligkeiten gab es aber auch bei der Zusammensetzung der hellgrauen und beigefarbenen Steinproben. Sie ließen sich mit Mörtel nicht wie erwartet verbauen.

Vielleicht wären die Politiker bei ihrer Entscheidung, welchen Belag der Jahnplatz haben sollte, doch besser dem Vorschlag der Verwaltung und der Planer gefolgt. Die hatten grauen und fast schwarzen Granit vorgeschlagen. Denn heller, beigefarbener Granit ist anfälliger als dunkler. Was heute verbaut wird, könnte bis zu 15 Millionen Jahre alt sein. Gerät der Stein aber näher an die Erdoberfläche, setzt Verwitterung ein. Der Granit ändert die Farbe, wird heller, braun und beige. Der Stein korrodiert, rostet – und das macht ihn eben auch anfälliger, wenn er wie jetzt auf dem Jahnplatz verbaut wird.

Ende Dezember sollen bei der Stadt weitere Testergebnisse zur Qualität der Steine vorliegen. Davon wird abhängen, ob Gewährleistungsfristen verlängert oder weniger Geld als vereinbart an den Lieferanten gezahlt wird.

Vahrson versicherte vor den Bezirks-Politikern erneut, dass der Zeitplan für die Fertigstellung des Jahnplatzes bis Sommer 2022 eingehalten werden könne. An den engen Zeitplan sind die Zuschüsse für das 13-Millionen-Projekt geknüpft.

Bei der Beleuchtung befinde man sich in der „technischen Klärungsphase“. Um die großflächigen, „Nachtsonnen“ genannten Leuchtkörper aufhängen zu können, müsse eine statisch anspruchsvolle Verspannung installiert, dafür insgesamt sieben Masten errichtet werden. Im Frühjahr solle die Ausschreibung für die Beleuchtung erfolgen. Dann soll auch schon die erste Bauphase abgewickelt sein, beim Bau die Straßenseiten gewechselt werden.

Die für die Fußgänger vorgesehenen Radwegquerungen werden wie geplant angelegt. Das außenliegende Natursteinpflaster wird über den Radweg geführt. Daran gibt es weiterhin Kritik. Die Abtrennung sei nicht eindeutig genug, befand ebenfalls André Langeworth.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7716389?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Streit um Bundes-Notbremse - Engpässe auf Intensivstationen
Das Parlament hat hitzig über die in der bundesweiten Corona-Notbremse vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen diskutiert.
Nachrichten-Ticker