Stadt Bielefeld möchte IKK-Niederlassung und Haus des Handwerks kaufen, um das Gymnasium am Waldhof zu erweitern
Gebäude sollen Schulneubau weichen

Bielefeld -

Um eine räumliche Erweiterung des Gymnasiums am Waldhof zu ermöglichen, möchte die Stadt Bielefeld das Haus des Handwerks und die frühere IKK-Niederlassung kaufen. „Wir sind im Gespräch, Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen“, sagt Jürgen Bültmann, kaufmännischer Leiter des städtischen Immobilienservicebetriebs.

Mittwoch, 09.12.2020, 16:48 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 16:50 Uhr
Auf den Grundstücken von IKK (vorne) und Haus des Handwerks (hinten) will die Stadt das Gymnasium am Waldhof erweitern.

Gemeint sind Gespräche mit der Kreishandwerkerschaft, der das Haus des Handwerks mit dem früheren Stadtpalais gehört, sowie der Krankenkasse IKK, Eigentümerin des bereits leerstehenden IKK-Gebäudes an der Neustädter Straße. Thomas Scholten, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, wollte sich nicht dazu äußern, ob und unter welchen Bedingungen die Kreishandwerkerschaft zum Verkauf bereit wäre. Da seien auch die Gremien noch gefragt, sagte er dem WESTFALEN-BLATT.

Den Weg für die schulische Erweiterung soll, wie berichtet, an diesem Donnerstag der Rat bereiten, indem er den Bebauungsplan für das Areal so ändert, dass beide Flächen künftig als „Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung Schule“ ausgewiesen werden. Was bedeutet, dass eine andere Nutzung der Immobilien als zu schulischen Zwecken grundsätzlich nicht mehr möglich wäre, wie Bauamtsleiter Reinhold Beck sagte.

Dass das IKK-Gebäude ohnehin zum Verkauf steht, könnte den Erwerb erleichtern und die Realisierung der Erweiterungspläne beschleunigen. Indem die Stadt an der Änderung des Bebauungsplans arbeitet, grätscht sie zugleich aber in das laufende Bieterverfahren der IKK mit potenziellen Interessenten hinein.

Denn das läuft bereits seit dem 3. November. Interessenten können seitdem ein verbindliches Kaufangebot einreichen. Mögliche Pläne von Investoren, dort etwa Wohnen oder Gewerbe anzusiedeln, wären durch eine Änderung des Bebauungsplans hinfällig. Bis zu dessen Verabschiedung könnte die Stadt abweichende Bauanträge zurückstellen, erklärte Reinhold Beck.

Ein privater Käufer dürfte mit der Immobilie somit wenig anfangen können. IKK-Sprecherin Stefanie Weier wollte mögliche Auswirkungen auf das Bieterverfahren nicht kommentieren. Man sei mit der Stadt Bielefeld im Dialog und werde alle Möglichkeiten prüfen.

Ob und welche Angebote für das IKK-Gebäude bereits abgegeben wurden und welche Ziele der jeweilige Interessent habe, sei nicht bekannt. Erst am 10. Januar würden die Angebote gesichtet. Den Zuschlag, so die Richtlinien des Bieterverfahrens, erhält nicht automatisch der Höchstbietende. Die IKK kann unter den Angeboten auswählen.

Noch nicht ganz klar ist, ob für die Schulerweiterung eine der beiden Immobilien ausreicht. „Wir vermuten, dass wir beide benötigen“, sagt der Technische ISB-Betriebsleiter Reinhold Peter. Das werde derzeit noch geprüft. Und wahrscheinlich müssten beide Bestandsgebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden, weil sie im jetzigen Zustand für schulische Zwecke nicht nutzbar seien.

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