Tempo 30 auf der Babenhauser Straße: Nirgendwo in Bielefeld wird so hartnäckig zu schnell gefahren
18.147 Raser an einer Stelle geblitzt

Bielefeld -

Sie wurde im Sommer 2018 eingerichtet und ist mit nur 200 Metern Länge einer der kürzesten geschwindigkeitsreduzierten Strecken der ganzen Großstadt. Doch auch mehr als zwei Jahre später treten in der Tempo 30-Zone auf der Babenhauser Straße rund um das Gellershagener Seniorenheim Karl-Pawlowski-Haus Autofahrer so aufs Gaspedal, als stünden da keine Verkehrsschilder.

Dienstag, 08.12.2020, 06:21 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 06:30 Uhr
Blitzer „Bernhard“ bei einem seiner Einsätze am Seniorenheim Karl-Pawlowski-Haus in der Tempo 30-Zone an der Babenhauser Straße: Obwohl die Geschwindigkeitsreduzierung dort bereits seit dem Sommer 2018 gilt, wird immer noch gerast.

„Zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 7. Dezember dieses Jahres sind dort genau 18.147 Raser geblitzt worden. Das ist schon eine enorme Zahl“, sagt Stefan Heiermann von der Bußgeldstelle des Ordnungsamtes. Er spricht nur von den verwertbaren Bildern, die Verwarn- oder Bußgelder zur Folge hatten.

Würden alle Fotos zusammen gerechnet, die der teilstationäre Laserblitzer „Bernhard“ bei seinen Einsätzen in dieser Tempo 30-Zone geschossen hat, läge die Zahl weit über 20.000 Bildern. „Im Verhältnis lichtet nur der Blitzer am Bielefelder Berg auf der A2 mehr Raser ab“, ordnet Heiermann die geahndeten Geschwindigkeitsverstöße auf der Babenhauser Straße ein. Jedes Verwarn- und jedes Bußgeld lässt die Stadtkasse klingeln.

Vergangenes Jahr hatten die Kommunalpolitiker der Bezirksvertretung Schildesche, die den Anstoß für die Tempo 30-Zone zwischen dem Seniorenheim und einem großen Einkaufszentrum gaben, und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes noch auf einen Lerneffekt bei den Autofahrern gehofft.

Nun herrscht etwas Ratlosigkeit, warum Blitzer „Bernhard“ beim bislang letzten Einsatz vom 29. November bis zum 1. Dezember erneut 134 Raser ablichtete. . „Vielleicht liegt es an der Verkehrssituation der in diesem Abschnitt breit ausgebauten Babenhauser Straße mit viel Verkehr und vielen Straßenschildern“, mutmaßt Bezirksvertreter Steve Wasyliw (CDU).

Wer wissen will, wie schnell vor seiner Tür die Autofahrer unterwegs sind, der kann sich beim städtischen Amt für Verkehr melden. Das koordiniert mit dem Ordnungsamt Blitzereinsätze nach Bürgerwunsch, sagt Stefan Heiermann von der Bußgeldstelle. Zu Pandemie-Zeiten, „wo viele Menschen im Home Office sind und aus dem Fenster auf die Straße sehen“, nehme die Zahl der Anregungen, wo eine Radaranlage aufzubauen ist, zu.

Heiermann: „Wir nehmen das ernst und werden aktiv, wenn die Vorschläge plausibel sind.“ Wer auch einen Vorschlag zum Thema Blitzer vor der eigenen Haustür hat, der kann sich beim Amt für Verkehr unter Tel. 0521/513003 oder per Mail an amt.fuer.verkehr@bielefeld melden.

Unterdessen bestätigt das Ordnungsamt, dass in zwei sensiblen Tempo 30-Zonen nicht mehr geblitzt wird. Gemeint sind die Artur-Ladebeck-Straße rund um die Gadderbaumer Martin-Grundschule und die Herforder Straße rund um die Hellingskamp-Grundschule. Grund sei, dass Tempo 30-Schilder von Lkw verdeckt werden könnten und für Autofahrer nicht zu sehen seien, sagt Heiermann.

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