Bilanz: „Siggi“ und „Alma“ sind auch „Ersatz“ für Fahrten mit Bus und Bahn
Wie oft die Bielefelder strampeln

Bielefeld -

6800 Mal pro Monat durchschnittlich wird „Siggi“ ausgeliehen. Seit Mai stehen 250 Fahrräder an 40 Stationen bereit. Die Ausleihzahlen würden den Erwartungen entsprechen, sagt Cornelia Christian, Prokuristin im Geschäftsbereich Mobiel Kundenmanagement.

Dienstag, 08.12.2020, 03:43 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 03:50 Uhr
Unter anderem am Niederwall stehen die „Siggi“-Leihfahrräder von Mobiel bereit. Foto: Bernhard Pierel

Die Hauptstrecke: zwischen Universität und Hauptbahnhof. Was Cornelia Christian auf der einen Seite freut, schmerzt sie auf der anderen, denn: Viele Nutzer der Leihfahrräder strampeln während der Zeit der Corona-Pandemie lieber selbst als etwa mit der Stadtbahnlinie 4 zwischen Hochschule und Hauptbahnhof zu pendeln – auch während der „Online-Semester“.

Damit bestätigt Mobiel, vom Leihfahrrad-Anbieter Nextbike mit der Zweirad-Vermietung auf Zeit betraut, eine aktuelle Mobilitätsstudie des Sozialforschungsinstituts Infas. Danach meiden viele Menschen Busse und Bahnen und steigen dafür lieber aufs Fahrrad, gehen zu Fuß – oder fahren Auto. Infas erklärt den Öffentlichen Personennahverkehr, eigentlich als Rückgrat der Verkehrswende gedacht, zum „Corona-Verlierer“. Die Zahl der Menschen, die angeben, nie mit Bussen oder Bahnen zu fahren, sei von 48 Prozent „vor Covid-19“ auf inzwischen 52 Prozent gestiegen. Gründe sind die Angst vor einer Infektion, aber auch die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice.

„Siggi“ habe – mit einem Start mitten in der Krise – „gute erste Monate“ erlebt, sagt Cornelia Christian. Auch mit der Nutzung des Rollers „Alma“ sei Mobiel inzwischen zufrieden. „Alma“ fiel mehrfach wegen technischer Probleme aus, zuletzt knapp acht Monate, bis zum Neustart im Juni 2020. Die Zeit habe man genutzt, ein Hygienekonzept zu entwickeln, sagt Cornelia Christian (immer frische Helme, desinfizierte Fahrzeuge). So verzeichne Mobiel inzwischen im Monatsdurchschnitt 1800 Fahrten mit 64.000 Kilometern (30 Kilometer pro Strecke im Mittel).

Sie betont, dass die sogenannten Vorteilskunden (Abo, Job-Ticket, Stadtwerke-Vertragskunden etc.) zu äußerst günstigen Konditionen „Siggi“ oder „Alma“ nutzen könnten. „Siggi“ durchfährt eine einjährige Pilotphase, wird in dieser Zeit mit 200.000 Euro gefördert . Cornelia Christian ist überzeugt davon, dass die Zweiräder eine wichtige Ergänzung zu den „Öffentlichen“ sind, kein Ersatz – eigentlich und in normalen Zeiten.

Auch die E-Roller von „Tier“ fahren trotz Corona offenbar wieder in der Erfolgsspur. Zu Beginn der Krise ist die Flotte – in Bielefeld 520 E-Scooter – zwar verkleinert worden, inzwischen aber sollen alle kleinen Flitzer wieder auf der Straße sein.

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