Geänderter Bebauungsplan: Haus des Handwerks oder IKK als Erweiterung für das Gymnasium am Waldhof
Ein neuer Schulcampus in Bielefeld

Bielefeld -

Für die Erweiterung des Gymnasiums am Waldhof rücken das benachbarte Haus des Handwerks und der frühere Sitz der Innungskrankenkasse (IKK) an der Neustädter Straße in den Blickpunkt. Beide Objekte liegen in einem eng umgrenzten Areal des Altstadt-Hufeisens, für das die Stadt den Bebauungsplan ändern möchte. Die Bezirksvertretung Mitte beschäftigt sich am Dienstag mit dem Thema, der Rat am Donnerstag.

Montag, 07.12.2020, 06:41 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 06:50 Uhr
Dort, wo jetzt das IKK-Gebäude und das Haus des Handwerks stehen, ergäben sich Erweiterungsmöglichkeiten für das Gymnasium am Waldhof. Foto: Thomas F. Starke

Um den Platzbedarf an den städtischen Gymnasien zu decken, hatte das Stadtparlament bereits vor einem Jahr beschlossen, das Ceciliengymnasium und das Gymnasium am Waldhof um je einen Klassenzug pro Jahrgang zu erweitern. Geprüft werden sollte nach einer Entscheidung des Schulausschusses vom August auch, ob ein fünfter Klassenzug hinzukommen könnte.

Am Ceci steht an der Ecke Oelmühlenstraße ein angrenzendes Grundstück zur Verfügung. Am „Waldhof“ gibt es beim jetzigen Zuschnitt der Fläche allerdings keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr.

„Mit Ausweisung von Flächen für den Gemeinbedarf/ Zweckbindung Schule für den Bereich rund um den Park der Menschenrechte sollen die Bedarfe an innerstädtischen Schulflächen in diesem Bereich sichergestellt werden“, heißt es deshalb in der Sitzungsvorlage. Angestrebt werde eine „Campus-Lösung, möglichst durch Hinzunahme benachbarter Liegenschaften“. Ausdrücklich erwähnt wird, dass der Park der Menschenrechte vor dem Gymnasium für die Öffentlichkeit erhalten bleiben solle.

Damit kämen als Erweiterungsmöglichkeiten nur das Haus des Handwerks, dessen gastronomischer Bereich derzeit nicht genutzt wird, und das IKK-Gebäude in Frage. Letzteres wird von der Krankenkasse gerade im Rahmen eines Bieterverfahrens zum Kauf angeboten (diese Zeitung berichtete). Die Entscheidung über einen Käufer soll am 10. Januar fallen.

Schon jetzt gibt es am „Waldhof“ ein gewaltiges Platzproblem. Bei den Klassen fehlen 390 Quadratmeter, durch die Umstellung auf G9 kommen weitere 240 hinzu. Platznot gibt es auch bei Fachräumen und der Verwaltung. Es fehlt an Ganztagsräumen, die Caféteria ist beengt. Das gesamte Flächendefizit beziffert die Verwaltung auf 2000 Quadratmeter, bei einer Fünfzügigkeit auf Basis eines G9-Gymnasiums sogar auf 4300 Quadratmeter.

Eine bauliche Erweiterung sei auf dem vorhandenen Grundstück nicht denkbar, da die ohnehin kleinen Pausenhofflächen weiter reduziert würden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Auch Bemühungen, in der Umgebung weitere Flächen anzumieten, scheiterten.

In der Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) werden nach Berechnungen der Stadt bis 2030 rund 2700 zusätzliche Schülerinnen und Schüler erwartet. Allein an den Gymnasien könnten zehn Klassenzüge fehlen. Das könnte neben den geplanten Erweiterungen auch die Gründung eines neuen Gymnasiums in Bielefeld nötig machen.

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