Rolf Diekwisch kritisiert: „Immer radikalere Ansichten“
Ex-Kreisvorsitzender verlässt AfD

Bielefeld -

Rolf Diekwisch, bis März Vorsitzender des Kreisverbandes Bielefeld der Alternative für Deutschland (AfD), hat seinen Austritt aus der Partei zum Jahresende erklärt.

Samstag, 05.12.2020, 12:24 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 12:30 Uhr
Rold Diekwisch bemängelt die „gnadenlosen Kämpfe um Posten und Pfründe“ innnerhalb der AfD. Foto: dpa

„Als ich im Jahr 2013 als einer der ersten Bielefelder in die AfD eingetreten bin, hatte ich große Hoffnung auf eine Veränderung in unserer politischen Landschaft“, so Diekwisch am Freitag. „Aber die Streitigkeiten innerhalb der Partei gehören nicht zu meiner politische Idee“, begründet er seine Entscheidung. „Ja, man soll heftig um politische Ideen kämpfen, aber bitte im Fair Play.“

In der AfD kämen immer radikalere Ansichten vor, und was ebenso schlimm sei, seien „gnadenlose Kämpfe um Posten und Pfründe.“ Diekwisch beobachtet „auf der einen Seite deutschnationale, heimatbezogene Ideen mit stark sozialischer Ausrichtung“, auf der anderen Seite „meistens Überläufer anderer Parteien, die nur bessere Chancen witterten, um neue Pfründe zu erobern.“

Auch mit seiner antirassistischen Einstellung habe er nicht viele Freunde gewinnen können. „Meiner Meinung nach ist nicht die Rasse oder Hautfarbe entscheidend für einen Menschen, sondern seine Einstellung zur Gesellschaft.“ Diekwisch ist Witwer, war lange mit einer Kenianerin verheiratet.

„Weil die Selbstzersetzung, oft geprägt durch die Gier nach eigenen Vorteilen, in der AfD immer mehr Ausmaße annahm, werde ich die Partei verlassen“, so Diekwisch weiter. Sein Ausflug in die Politik habe ihn sehr viel Kraft und Energie gekostet. „Er hat sich nicht gelohnt. Deshalb werde ich mich nur noch für soziale und private Zielen einsetzen.“

Diekwischs Nachfolger als Kreisvorsitzender ist Florian Sander, der seit September auch Mitglied des Rates ist.

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