Testlauf in Bielefeld bereits Mitte Dezember – Impfstoff von Biontech/Pfizer soll zum Einsatz kommen
Messehalle wird Impfzentrum

Bielefeld -

In der Ausstellungshalle der Stadthalle wird die Stadt das Impfzentrum für Bielefeld einrichten. Das teilte der Leiter des Krisenstabes, Ingo Nürnberger, am Freitag mit.

Samstag, 05.12.2020, 06:15 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 06:20 Uhr
In der Messehalle an der Stadthalle soll das Impfzentrum eingerichtet werden. Foto: Bernhard Pierel

„Wir werden das Impfzentrum in der Ausstellungshalle der Stadthalle an den Start bringen. Dort haben wir ideale Voraussetzungen: Die Halle ist sowohl ‘öffentlich‘ als auch mit dem Auto super zu erreichen.“ Von Vorteil sei, so Nürnberger, dass dort nichts umgebaut, sondern lediglich das Impfzentrum eingebaut werden müsse. Zur Verfügung stehen dafür 3000 Quadratmeter.

„Die Belüftungssituation ist hervorragend, und wir haben genügend Platz – beides ist wichtig, um auch den Infektionsschutz sicherstellen zu können. Mit der Stadthallen GmbH haben wir einen Partner, mit dem wir das Impfzentrum schnell an den Start bringen können“, erklärte der Dezernent.

Koordiniert wird das Impfzentrum vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die organisatorische Vorbereitung übernimmt die Feuerwehr. Nürnberger weiter: „Auch die Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung ist hervorragend angelaufen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Dr. Theodor Windhorst als Medizinischen Leiter des Impfzentrums.“

Bereits in gut zehn Tagen, sagte Nürnberger, sollen die ersten Impfstraßen stehen und die Abläufe eingeübt werden. „Bis dahin steht uns noch ein gutes Stück Arbeit bevor.“ Der vom Land zugesagte Erlass, der die Rahmenbedingungen für die Kommunen klärt, liege jedoch noch nicht vor.

Klar ist jedoch, dass zunächst der Impfstoff von Biontech/Pfizer zum Einsatz kommt. Er muss bei minus 70 Grad aufbewahrt werden, wird dann aufgetaut und aufbereitet und muss dann innerhalb weniger Stunden verimpft werden, hat Nürnberger bei der Pressekonferenz des Krisenstabes erläutert.

Wer geimpft worden ist, soll anschließend etwa eine halbe Stunde vor Ort bleiben, so könne man auf etwaige spontane Impfreaktionen rasch reagieren. Dieses Vorgehen entspricht dem bei Hyposensibilisierungen gegen Allergien.

Die ersten, die geimpft werden sollen, werden besonders vulnerable Menschen sein. Da viele von ihnen in Pflegeeinrichtungen leben, geht Nürnberger davon aus, dass sie von mobilen Teams aufgesucht werden. Zudem soll medizinisches Personal vorrangig vor Infektionen mit dem Coronavirus geschützt werden. Das, vermutet der Leiter des Krisenstabs, werden die Krankenhäuser selbst übernehmen. Danach sollen im nächsten Schritt Menschen mit erhöhtem Risiko – etwa wegen einer Vorerkrankung, Diabetes oder starkem Übergewicht – durch vermutlich öffentliche Aufrufe zur Impfung eingeladen werden. Ihr erhöhtes Risiko muss allerdings durch ihren Hausarzt/behandelnden Arzt bestätigt werden.

Ohne Termin, betonte Nürnberger, werde es nicht gehen, schließlich will man Menschenschlangen und Wartezeiten vermeiden. Vergeben werden sollen die Termine durch die Kassenärztliche Vereinigung über eine Hotline. Eventuell werde es auch ein Online-Tool geben.

Nürnberger geht davon aus, dass im Frühsommer ein Impfstoff erhältlich ist, der nicht bei minus 70 Grad aufbewahrt werden muss und über die Hausärzte gespritzt werden kann.

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