Neubau des Petristifts an der Theodor-Heuss-Straße in Bielefeld-Heepen geht in Betrieb
Ein Altenheim zieht um

Heepen -

Irmgard Ries ist gerade einmal seit einer knappen halben Stunde in ihrem neuen Zimmer, aber ihre Pflanzen stehen schon auf der Fensterbank und in der Hand hält sie ihre Malbücher, um sie ins Regal einzuräumen. „Jetzt brauche ich nur noch einen Kompass, um mich in den Fluren zurecht zu finden“, sagt die 93-Jährige augenzwinkernd.

Freitag, 04.12.2020, 05:22 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 05:30 Uhr
Foto: Hendrik Uffmann

Irmgard Ries gehört zu den 48 Bewohnern des Seniorenheims Petristift in Heepen, die am Donnerstag von den bisherigen Gebäuden in den Neubau gezogen sind, der direkt neben dem bisherigen Standort entstanden ist. Fast zehn Millionen Euro hat die Diakonische Altenzentren Bielefeld gGmbH (DAB) als Bauherrin in den Neubau an der Theodor-Heuss-Straße im Heeper Zentrum investiert.

Wie berichtet, war das alte, 1907 in Betrieb genommene Petristift den aktuellen Anforderungen an ein Seniorenwohnheim nicht mehr gewachsen. „Von den 50 Plätzen waren 36 in Doppelzimmern“, erklärt DAB-Geschäftsführerin Christine Bode.

Der Neubau, für den die Arbeiten im Mai 2019 begonnen hatten, ist nun wesentlich größer und bietet auf drei Etagen Platz für 72 Bewohner in barrierefreien Einzelzimmern. Bis Ende Januar sollen alle Zimmer bezogen sein, die Nachfrage an neuen Bewohnern sei da, betont Bode. Auf jeder Etage gibt es Gemeinschaftsräume mit einer offen gestalteten Küche, wo sowohl die Mahlzeiten als auch Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden.

An die Wohngruppenräume schließen sich in den oberen Etagen eine Terrasse und im Erdgeschoss der Garten an. Im Souterrain bietet ein großer Gemeinschaftsraum mit Zugang zu einer kleinen Terrasse Platz für größere Beschäftigungsrunden sowie für die Andachten.

Darüber hinaus verfügt die Einrichtung im Obergeschoss über elf barrierefreie, seniorengerechte Wohnungen. Die Wohnungen haben eine Größe von 35 bis 57 Quadratmeter. Hauswirtschaftliche Serviceleistungen sowie eine Versorgung mit Mahlzeiten können dort je nach Wunsch zusätzlich gebucht werden.

Das Gebäude des alten Petristifts wird Anfang des kommenden Jahres abgerissen. Dort will ein privater Investor ein Haus mit Wohnungen und einer Tagespflege bauen, für das die DAB als Generalmieter auftreten will. Bislang gebe es aber noch keine Baugenehmigung, da das Bauamt aufgrund der Dichte der Bebauung die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans fordere, erklärt Christine Bode.

Dies wäre jedoch ein sehr langwieriges und auch kostspieliges Verfahren, weshalb die Zahl der geplanten Wohnungen schon um vier auf etwa 20 reduziert worden sei, so die Geschäftsführerin. Mit dem Architekten zusammen arbeite man deshalb daran, eine Baugenehmigung auch ohne Bebauungsplanverfahren zu erhalten. Gelinge dies, könne der Bau Anfang 2022 beginnen.

Irmgard Ries war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nach Schleswig-Holstein geflohen und 1949 nach Bielefeld gekommen, wo sie schon kurz darauf ihren Mann kennenlernte. Noch bis zum vergangenen Jahr hat sie in ihrer eigenen Wohnung in Hillegossen gelebt, bis sie gestürzt ist und wegen mehrerer Brüche ins Krankenhaus musste. „Danach bin ich dann in das Petristift gekommen“, erzählt die 93-Jährige, die nun zwar auf Rollator und Rollstuhl angewiesen, aber nach wie vor voller Lebensfreude und Neugier ist.

Das Seniorenheim habe sie sich ganz bewusst ausgesucht, „damit ich dann in dem Neubau wohnen kann“, erzählt sie. Und den will sie, nach dem sie am Donnerstag ihr Zimmer, das sie sie wegen der sonnigen Ausrichtung ausgesucht hat, eingeräumt hat, erst einmal erkunden. „Dann gehen ich rum, besuche die anderen und schaue mir alles genau an.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7707085?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Lockdown wird wohl verlängert und verschärft
Geschlossenes Modegeschäft in Hannover wegen des Lockdowns.
Nachrichten-Ticker