Landwirte in Herford und Bielefeld befürchten Agrarflächenverlust
Bauern gegen ICE-Trasse

Bielefeld -

Jetzt reagieren auch die Landwirte auf den geplanten Bau einer ICE-Schnelltrasse von Bielefeld-Brake nach Hannover

Donnerstag, 03.12.2020, 04:47 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 04:50 Uhr
Hermann Dedert vertritt die Interessen der Bauern. Foto: Schelberg

Die Bauern des Kreisverbandes Herford-Bielefeld nehmen die Diskussion mit „Erstaunen und Verwunderung“ wahr, heißt es in einer Mitteilung von Mittwoch. Nachdem das Bundesverkehrsministerium der Deutschen Bahn (DB) den Planungsauftrag erteilt hat, sollen fünf Trassenvarianten mit der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Der Landwirtschaftsverband als Vertreter der Flächeninhaber und damit einer zentralen Gruppe mit berechtigten Interessen am Verlauf und Ergebnis des Projektes wolle sich hier konstruktiv-kritisch einbringen. „Wir Landwirte in Herford und Bielefeld prägen unsere abwechslungsreiche Kulturlandschaft und möchten diese auch für die nachfolgende Generation erhalten“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hermann Dedert.

Ohne Flächenverbrauch, sei es unmittelbar durch die Baumaßnahme selbst oder mittelbar durch die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen, werde es nicht funktionieren. „Wir sind nicht gegen eine innovative Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und die geforderte Mobilitätswende“, sagt Dedert. Jedoch sei der Verlust an wichtiger Ackerfläche als unersetzliche Produktionsgrundlage zur Erzeugung von regionalen Lebensmitteln immens. Gleichzeitig gingen mit dem Flächenverlust wichtige Funktionen des Bodens für Natur, Umwelt und Klima, Wasser sowie Biodiversität unwiederbringlich verloren.

Die weitere Zerschneidung der Landschaft zerstöre zudem bestehende Natur- und Erholungsräume, so die Landwirte. Hinzu komme der Verlust von Lebensqualität für die Menschen im ländlichen Raum. Daher stelle sich die Frage, ob all diese negativen Auswirkungen weniger wiegen als 18 Minuten Fahrzeitverkürzung. „Keine Milliarden für wenige Minuten. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt, Natur und den wertvollen landwirtschaftlichen Flächen sieht anders aus“, so Dedert. Es sollte konstruktiv über Ausbau und Ertüchtigung der vorhandenen Strecke diskutiert werden, statt eine Neubautrasse zu favorisieren.

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