Nach Großbrand in Bielefeld sucht die Kripo weiter Zeugen
Feuer vorsätzlich gelegt

Bielefeld WB -

Nach dem Großbrand einer Scheune auf dem Bauernhof Zerbe an der Waldstraße in Bielefeld-Jöllenbeck verdichten sich offenbar die Hinweise, dass das Feuer bewusst gelegt worden ist. „Wir gehen grundsätzlich von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus“, sagte Polizeisprecherin Hella Christoph zum 26-stündigen Löscheinsatz von 200 Feuerwehrleuten und Dutzenden Helfern des Technischen Hilfswerks am vergangenen Mittwoch.

Dienstag, 01.12.2020, 10:42 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 12:03 Uhr
Feuerwehr und THW waren auf dem Bielefelder Bauernhof 26 Stunden lang im Löscheinsatz. Foto: Christian Müller

Eine konkrete Spur von dem oder den Tätern, die am Hof gezündelt haben, gebe es allerdings noch nicht. „Wir haben keine Zeugen“, sagte die Polizeisprecherin. Der Bullenmastbetrieb Zerbe liegt am Ende der Waldstraße in einer Senke und ist von außen kaum einsehbar.

Unterdessen hat der Löscheinsatz an mehr als 2000 Kubikmetern in der Scheune eingelagertem Stroh, Heu und 16 Erntemaschinen kein Fischsterben ausgelöst. Das hatten Hobbyfischer offenbar befürchtet, weil stundenlang das mit Asche und Erde vermischte Löschwasser von einer Wiese vor der Brandstelle in den nahen Pfarrholzbach abgeflossen war. Bei der Gewässerkontrolle von Jöllenbeck bis zum Obersee sei nichts festgestellt worden, sagte Umweltamtsleiterin Tanja Möller auf Anfrage.

Feuerwehrchef Hans-Dieter Mühlenweg, der zeitweise den Großeinsatz in Jöllenbeck geleitet hatte, bestätigte, dass bewusst kein Löschschaum oder andere feuerhemmenden Mittel eingesetzt worden seien. Damit habe man angesichts des nahen Pfarrholzbaches das Gewässer nicht gefährden wollen. Mitarbeiter des Umweltamtes hätten am Mittwochmorgen mitten in den 26-stündigen Löscharbeiten die Lage kontrolliert und nichts beanstandet.

Der Bielefelder Wehrchef dankte allen Einsatzkräften. Sein besonderes Lob galt den Dutzenden Helfern vom Technischen Hilfswerk (THW), die mit einem Bagger und zwei Radladern die kräftezehrende Arbeit der Brandbekämpfer beim Ausräumen der glimmenden Ballen aus der Scheune unterstützt hatten. Mühlenweg: „Alle Kräfte zusammen haben einen Bombenjob gemacht.“

Zeugenhinweise im Fall des Großbrandes auf dem Bauernhof an die Polizei Bielefeld, Tel. 0521/5450.

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