Kampagne „Weihnachten braucht Dich!“ – Bielefelder Stiftung Solidarität will Bedürftigen helfen
Das Ziel sind 20.000 Geschenke

Bielefeld -

Eine mal etwas andere Krisensitzung konnte Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger am Montag im Saal des Rates leiten – ausgelöst durch eine „Anfrage des Weihnachtsmanns“, wie Nürnberger sagte. Mit am Tisch saßen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur, um ein weihnachtliches Problem zu lösen.

Dienstag, 01.12.2020, 05:07 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 05:10 Uhr
Stiftungs-Chef Franz Schaible (von rechts) und Sozialdezernent Ingo Nürnberger haben auf der Such nach Unterstützung verschiedene Akteure zur „Krisensitzung“ eingeladen: Pfarrer Matthias Blomeier, Projektleiterin Katarina Zacharaki, Andreas Rüther (CDU), Musiker Jochen Vahle, Jasmin Wahl-Schwenker (FDP), Martin Ueckmann (Stadtwerke), Hannelore Pfaff (Grüne), Wiebke Esdar (SPD) und Heide Koch (Stadttheater). Foto: Bernhard Pierel

Trotz der launigen Worte des Krisenstabsleiters ist das Anliegen ein ernstes: Denn in Bielefeld fehle „eine große Zahl an Weihnachtsgeschenken“, weiß Franz Schaible, Vorsitzender der Stiftung Solidarität. Mehr als 40.000 Menschen – etwa jeder neunte in Bielefeld – leben von der Grundsicherung. „Jedes vierte Kind in Bielefeld lebt in einer Familie mit Hartz-IV-Bezug“, sagt Schaible. Das Geld für Weihnachtsgeschenke fehle in diesen Familien. Diese Lücke möchte die Stiftung Solidarität mit der Kampagne „Weihnachten braucht Dich!“ schließen.

Die Stiftung will damit an die Idee der Einkaufsgutschein anknüpfen, die sie mit Beginn der Corona-Krise auf den Weg gebracht hatte. Durch Spenden konnten bislang 4600 Einkaufsgutscheine à 20 Euro an Bedürftige übergeben werden, die aufgrund der Pandemie mit höheren Lebensmittelpreisen und zusätzliche Kosten etwa für Desinfektionsmittel und Masken zu kämpfen haben.

Das Ziel der Stiftung: Mindestens 15.000 weitere Gutscheine sollen bis Weihnachten durch bürgerschaftliches Engagement finanziert werden, um zumindest der Hälfte der Betroffenen – 20.000 Bielefelder – die Möglichkeit zu geben, Geschenke einzukaufen.

Franz Schaible und Projektleiterin Katarina Zacharaki haben daher am Montag Menschen zur Krisensitzung eingeladen, die das Anliegen der Stiftung weitertragen und eigene Ideen einbringen konnten, um die Spender zu mobilisieren, die die benötigten 300.000 Euro zur Verfügung stellen. Jasmin Wahl-Schwentker (FDP) etwa regte an, die Kaufleute mit ins Boot zu holen, in deren Geschäften die Spenden abgegeben werden können. Werbeträger für die Aktion sind die von der Stiftung Solidarität herausgegebene Postkarten, die auch von vielen anderen Firmen als vorweihnachtliche Grußkarte und damit als Bitte um Unterstützung versandt werden können. Oder die die Empfänger darauf hinweisen sollen, dass sie in diesem Jahr kein Präsent erhalten, der Absender statt dessen die Aktion unterstützt.

Andreas Rüther (CDU) will dabei helfen, an Institutionen wie Handwerkskammer oder Handelsclub heranzutreten, damit diese ihre Verteiler nutzen, um für die Aktion zu werben.

Hannelore Pfaff (Grüne) empfahl, auch kleinere Spenden von Menschen anzunehmen, die nicht gleich einen ganzen 20-Euro-Gutschein finanzieren können. Und SPD-Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar appellierte an Firmen, das für die coronabedingt abgesagte Weihnachtsfeiern eingeplante Geld zu spenden und sagte zu, in der Innenstadt für die Aktion selbst vor Ort zu werben. Geschäftsführer Martin Ueckmann von den Stadtwerken will in seinem Unternehmen Mitarbeiter per Intranet zum Mitmachen bewegen und unter den Spendern einen freien Arbeitstag verlosen, zudem Postkarten in Stadtbahnen auslegen lassen.

Sozialpfarrer Matthias Blomeier will auch seine Kontakte zu den Kirchengemeinden und andere Gruppen sowie seinen Zugriff auf diverse Spendentöpfe nutzen, damit weiteres Geld der Aktion mit dem Motto „Wetten wir schaffen das...!“ zufließt – eine Sache, die auch Heide Koch vom Stadttheater und Jochen Vahle von der Band Randale unterstützen wollen.

Informationen und Kontodaten gibt es im Internet unter www.wettenwirschaffendas.de.

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