BUND reagiert auf Erklärung des Forstbetriebs der Stadt Bielefeld
Debatte um Wald geht weiter

Bielefeld -

In der Debatte um die richtige Reaktion auf die durch Trockenheit und Borkenkäfer verursachten massiven Schäden im Bielefelder Wald meldet sich erneut der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu Wort. „Wir freuen uns über die Reaktion des Forstbetriebs. Denn es war unser Anliegen, mit unserer Studie das Gespräch und die Debatte zu befördern“, schreibt Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, Mitglied im Landes- und Kreisvorstand des BUND.

Dienstag, 01.12.2020, 05:30 Uhr
Wie hier im Bereich Eiserner Anton sind die Fichtenwälder zum großen Teil abgestorben. Foto: Hendrik Uffmann

Wie berichtet, hatte der BUND deutliche Kritik an der Vorgehensweise der städtischen Förster geäußert und gefordert, die abgestorbenen Fichtenbestände nicht zu fällen und vor allem auf Naturverjüngung zu setzten, anstatt großflächig neue Bäume zu pflanzen. Daraufhin hatte Stadtförster Herbert Linnemann das Vorgehen der Stadt erläutert und verteidigt.

Besonders freue sich der BUND darüber, „dass das Nachdenken über Sinn oder Unsinn großflächiger Kahlschläge gefördert wurde“, reagiert Niemeyer-Lüllwitz darauf. „Denn der Forstbetrieb kündigt an, dass jetzt entgegen der bisherigen Praxis tote Fichten teilweise im Wald bleiben sollen.“ Auch Naturverjüngung soll eine wichtige Rolle bei der Wiederbewaldung spielen, „auch wenn zusätzlich natürlich ergänzende Pflanzungen notwendig sind“, so das BUND-Vorstandsmitglied.

Darüber hinaus habe der Forstbetrieb dem BUND nun zudem zugestimmt, dass der Kampf gegen Borkenkäfer gescheitert sei. Es blieben aber noch Fragen offen wenn es von Seiten des Forstbetriebes heiße, dass der Wald nicht verwüstet werde. „Wir fragen: Darf man nicht von Waldverwüstung sprechen, wenn schwere Forstmaschinen Böden verdichten und Waldwege unbegehbar machen?, schreibt Niemeyer-Lüllwitz. Dass Böden geschädigt werden, stelle der Forstbetrieb nicht in Frage. Dass sei aber beschränkt auf Rückegassen. „Alle 20 Meter eine Rückegasse von etwa vier Meter Breite bedeutet, dass bis zu 20 Prozent der Waldböden verdichtet werden.“

Die Holznutzung, auf die der Forstbetrieb hinweise, sei nur nachhaltig, wenn das Holz in unserer Region für den Baubereich verwendet würde, so Niemeyer-Lüllwitz weiter. Die Fichten würden jedoch überwiegend nach China verschifft. Zudem habe der stadteigene Wald dem Gemeinwohl und nicht vorrangig der Holznutzung zu dienen. Niemeyer-Lüllwitz: „Nach dem massiven Baumsterben müssen die Waldfunktionen wie Wasserschutz, Erholung, Naturschutz und Klimaschutz im Vordergrund stehen.“

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