Auf dem Treppenplatz in Bielefeld-Brackwede
Politik will Maskenpflicht

Bielefeld-Brackwede (WB/mp) -

Neben der Hauptstraße soll jetzt auch der Brackweder Treppenplatz in der Allgemeinverfügung des Bielefelder Corona-Krisenstabes als Ort mit Maskenpflicht festgeschrieben werden. Das wünscht sich die Brackweder Bezirksvertretung. Bei fünf Gegenstimmen von Grünen und AfD hat sie einen entsprechenden Prüfantrag an den Krisenstab auf den Weg gebracht.

Sonntag, 29.11.2020, 16:58 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 17:30 Uhr
Ordnungsverstöße auf dem Treppenplatz sind schon lange ein Thema in der Bezirkspolitik. Jetzt soll eine Ausweitung der Maskenpflicht dem Ordnungsamt eine weitere Möglichkeit an die Hand geben, gegen die Trinkerszene vorzugehen. Foto: Peter Bollig

Die CDU-Fraktion hatte dieses Thema angeregt, weil auf dem Treppenplatz bekanntlich eine pöbelnde Trinkerszene unterwegs ist, die nicht nur das Anwohnerbedürfnis nach Ruhe und Ordnung missachtet, sondern auch jenes nach Gesundheit. Stellvertretender Bezirksbürgermeister Vincenzo Copertino, der dort wohnt, beobachtet angeblich fast täglich „Gruppen von teilweise mehr als zehn Personen“, die offensichtlich aus mehr als zwei Haushalten stammten und sich nicht an die allgemeinen Corona-Hygieneregeln hielten: „Sie tragen keine Masken, umarmen sich und halten keinerlei Abstand“, berichtet der CDU-Politiker. „Man trinkt teilweise aus derselben Flasche. Die Situation ist unerträglich.“

Durch die Anordnung einer Maskenpflicht könne das Ordnungsamt eine Grundlage erhalten, um zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus Platzverweise auszusprechen oder wenigstens Bußgelder zu verhängen. Die Grünen sehen das anders: „Wegen der Großzügigkeit des Platzes brauchen wir dort keine Maskenpflicht“, argumentiert Fraktionschef Karl-Ernst Stille. Außerdem sei der Treppenplatz keine gültige Postanschrift und als Teil der Hauptstraße bereits in der Allgemeinverfügung enthalten. Dieser Argumentation schloss sich Dietrich Hahn (AFD) an.

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