Kult-Cop aus Lippe beschert Bielefelder Pendragon-Verlag den ersten Corona-Krimi
Aufklärung aus dem Homeoffice

Bielefeld -

Kult-Cop Jupp Schulte muss einen neuen Fall lösen – und das im Homeoffice. Das neue Buch des Autorenduos Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes mit dem Titel „Mies gezockt“ ist topaktuell, spielt während des ersten Corona-Shutdowns im Frühjahr 2020. Für Günther Buttkus, den Bielefelder Verleger der beiden Autoren, ist es das erste Buch aus seinem Haus (Pendragon-Verlag), dessen Handlung sich vor dem Lockdown entfaltet. Buttkus: „Das Manuskript war deshalb auch erst Ende August fertig.“

Montag, 30.11.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 17:34 Uhr
Jürgen Reitemeier (links) und Wolfram Tewes haben im Bielefelder Pendragon-Verlag ihren 19. Krimi mit dem Titel „Mies verzockt“ veröffentlich. Foto: Andreas Leber

Der Pendragon-Verlag hat die Reitemeier/Tewes-Krimis von Band 1 bis 16 neu herausgegeben, Band 17, 18 und jetzt mit „Mies gezockt“ auch 19 in Eigenregie. Eigentlich, bedauert Buttkus, seien 15 bis 20 Lesungen geplant gewesen, unter anderem im Heimathaus Jöllenbeck, aber: „Alles abgesagt.“ Nur die Auftakt-Lesung habe noch stattfinden können: im „Obernkrug“ im lippischen Heidenoldendorf, sozusagen einem Original-Schauplatz. Dorthin nämlich, in ihre neue, abgelegene Dienststelle, wurden Polizeirat Schulte und vier Kollegen abgeschoben. Man dreht dort mehr oder weniger Däumchen und wartet auf den Ruhestand, als direkt vor der Tür Schüsse fallen. Ein kleiner Ganove, mit dem Schulte schon des Öfteren zusammengearbeitet hat, liegt in seinem Blut. Er bleibt nicht das einzige Opfer. Dummerweise zwingt zudem eine Dienstanweisung von allerhöchster Stelle Schulte und seine Kollegen dazu, mit der Kreispolizeibehörde zusammenzuarbeiten.

Dabei war es gerade noch so gemütlich zugegangen – mit jeder Menge freier Zeit, die Schulte zusammen mit seinem Enkel Linus beim Besuch eines Fußballspiels verbringt. Sein Dorfverein gewinnt im Pokal gegen Arminia Bielefeld. Schiedsrichter Holzer (die Namensähnlichkeit mit Skandal-Schiri Hoyzer ist keinesfalls zufällig) verpfeift das Spiel. Fällt aber nicht auf. Zunächst jedenfalls nicht. Nach und nach aber kommt ein groß angelegter Wettbetrug im Profifußball ans Licht, kleine Mitläufer und finstere Mafiosi tauchen fernab der Metropole Bielefeld (die Stadt dient auch als Kulisse) auf dem platten Land auf. Lustvoll bedienen die Autoren Klischees und schauen dem Volk aufs Maul – es geht (fast) wie im richtigen Leben zu auf den 400 Buchseiten.

Treue Reitemeier/Tewes-Krimileser verfolgen die Geschicke von Schulte, Bauer Fritzmeier, Oberkommissarin Köster und Co. bereits seit 20 Jahren. Aus einer Bierlaune heraus sei die Idee geboren worden, gemeinsam einen Krimi zu schreiben. Jürgen Reitemeier (63) und Wolfram Tewes (64) kennen sich seit Studienzeiten in Paderborn, trafen sich Jahre später in Detmold wieder.

Wollen sie gemeinsam „kriminalisieren“, dann verbringen sie zwei Wochen „Schreiburlaub“ zusammen. Erst werde der Plot entwickelt, dann geschrieben – räumlich voneinander getrennt – abends die Texte zusammengeführt.

Für Verleger Buttkus wäre der Corona-Hintergrund nicht zwingend gewesen, sagt er: „Aber das wollten die beiden unbedingt so haben. Der Roman ist damit ja auch ein Zeitdokument.“

(“Mies gezockt“, Pendragon, 13,90 Euro).

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