Bezirksvertreter reagieren auf wiederholte Zerstörungen im Stadion am Bielefelder Waldbad
Zaun soll Senner Sportplatz schützen

Senne -

In einer Dringlichkeitsentscheidung hat sich die Senner Bezirksvertretung dafür ausgesprochen, das Stadion am Waldbad einzuzäunen und so den unbefugten Zutritt zu verhindern. Die Politiker reagierten damit kurzfristig auf die Zerstörungen, die Mitglieder des TuS 08 Senne 1 am vorvergangenen Samstag vorgefunden haben.

Montag, 30.11.2020, 06:40 Uhr
Schilder weisen schon lange darauf hin, dass der Sportplatz nicht frei zugänglich ist. Ein Zaun soll das nach dem Wunsch der Bezirksvertretung jetzt durchsetzen. Foto: Peter Bollig

Wie berichtet, war es wiederholt zu Vandalismus gekommen. Diesmal hatten Unbekannte das gerade erst erneuerte Trainerhäuschen und ein Sprecher-Podest zerstört, die Hochsprungmatte aufgeschlitzt und Flaschen auf der Rasenfläche zerschlagen.

Nach dem Antrag der CDU soll die Verwaltung nun prüfen, ob ein Zaun so aufgestellt werden kann, dass der Zugang zu den Sportflächen verhindert, der Weg vor den Umkleiden, der auch Fußverbindung zur Realschule und zum Jugendtreff „4You“ ist, aber frei bleibt.

„Wir müssen da etwas tun“, machte CDU-Fraktionschef Joscha Conze die Dringlichkeit klar. Dass es im Stadion am Waldbad zu Vandalismus kommt, sei sonst ein Phänomen der Sommerferienzeit. Dass es jetzt im Herbst dazu komme, sei neu.

Eine ausgiebige Diskussion in dieser Frage löste der Widerspruch der Grünen aus. Fraktionsmitglied Kerstin Möller: „Ein Zaun wäre nur eine vermeintlich einfache Lösung, wäre aber der falsche Weg.“ Sie würde lieber nach der Ursache forschen lassen, warum sich die mutmaßlich jungen Randalierer so verhielten. Zudem bräuchten junge Leute Bewegung und somit freien Zugang zu den Sportanlagen. Sie schlug daher eine bessere Beleuchtung und mehr Streifengänge durch Ordnungskräfte vor.

Ilona Neumann (SPD) sah das anders: „Hier geht es um Vandalismus, um die Zerstörung von Gemeinschaftsflächen.“ Weil es keine direkten Anwohner gebe, fehle die soziale Kontrolle. Ilona Neumann: „Etwas mehr Licht hilft da nicht.“

Joscha Conze stellte fest: „Das Problem gibt es schon seit Jahren, irgendwann muss auch mal etwas dagegen getan werden.“ Den Grünen hielt er entgegen, dass der Sportplatz schon jetzt keineswegs für Kinder und Jugendliche für privaten Sport zugänglich sei. Das sei deutlich auf Schildern am Eingang zu lesen. Der Platz ist dem TuS 08 Senne 1 für den Vereinssport und den Schulen für den Schulsport vorbehalten. „Wenn wir den Platz einzäunen, nehmen wir daher niemandem etwas weg“, sagte Conze.

Michael Schnitzer (SPD) bemerkte zudem: „Direkt nebenan ist ein Bolzplatz.“ Platz für Kinder und Jugendliche, die ihrem Bewegungsdrang nachkommen wollten, sei vor Ort vorhanden. „Die brauchen den Vereinsplatz nicht.“

Dr. Matthias Kulinna (CDU) nannte die Haltung der Grünen „blauäugig“. Sollten die Jugendlichen gelangweilt sein und daher zum Vandalismus neigen, stünde ihnen am Sportplatz der Jugendtreff „4You“ zur Verfügung. Im Interesse des Vereins müsse die Anlage jetzt aber geschützt werden, statt weiter abzuwarten und nach Ursachen zu schauen. Carla Steinkröger (CDU) mutmaßte, dass es auch nicht Kinder seien, die bolzen möchten, die etwas zerstören, sondern wohl ältere Jugendliche, die dort Alkohol konsumierten.

Die Grünen ließen sich davon nicht überzeugen, die Bezirksvertretung stimmte dem CDU-Antrag gegen deren Stimmen mehrheitlich zu. Nach Angaben von Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe soll es in Kürze eine Ortsbesichtigung mit Mitarbeitern des Umweltbetriebs und Bezirksvertretern geben.

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