Autorin Heike Rommel veröffentlicht ihren sechsten Bielefeld-Krimi
„Die Pervertierung romantischer Liebe“

Bielefeld -

Junge, sehr junge Mädchen, die sich unverstanden fühlen und von sogenannten Loverboys in die Prostitution gezwungen werden – das ist ein Thema, um das sich der neue „Fall“ von Heike Rommel dreht. Der fünfte Bielefeld-Krimi der Autorin ist soeben erschienen: „Kalte Liebe“.

Freitag, 27.11.2020, 14:14 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 15:10 Uhr
Die Stimmung passt: Der neue Bielefeld-Krimi der Autorin Heike Rommel (58) spielt Ende November. ‚Kalte Liebe‘ macht Cybermobbing und sogenannte Loverboys zu mörderischen Themen. Foto: Bernhard Pierel

Die Loverboys, meist Männer, die deutlich älter sind als ihre Opfer, würden die Schwächen der Mädchen gezielt ausnutzen, sagt Heike Rommel: „Eine perfide Methode.“

Ein Zeitungsartikel habe sie auf die Idee gebracht, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Sie habe über „diese Pervertierung der romantischen Liebe“ recherchiert, für die Plausibilität ihres Krimis auch Hilfe von der Bielefelder Polizei bekommen.

Heike Rommel sagt, dass sie zudem den Heeper Schützen dankbar sei: „Sie haben mir die Funktion unterschiedlicher Schusswaffen erläutert und ich durfte auch einmal selbst schießen – damit ich plausibel beschreiben konnte, wie sich das anfühlt.“

Heike Rommel, die Psychologie und Visuelle Kommunikation studiert hat, arbeitet bei den von Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel. Um das neue Buch fertigzustellen, habe sie eineinhalb Jahre recherchiert und geschrieben: „Das mache ich an den Wochenenden oder in den Ferien.“

Auch in diesem Corona-Jahr sei sie auf ihrer Lieblingsinsel Baltrum gewesen – und habe dort bereits am sechsten Band der Reihe um die Ermittler der Mordkommission Nina Tschöke, Dominik Domeyer und Kollegen gearbeitet. Sie bedauert es, dass alle geplanten Lesungen aus „Kalte Liebe“ abgesagt werden mussten, liest jetzt aber unterschiedlich lange Ausschnitte auf YouTube und einer Plattform von Krimischreibern - Sündikat e.V. – und diskutiert im Loveleybooks-Forum online mit ihren Lesern.

Ja, ihr sei zum einen wichtig, dass Bielefelder Leser sich auch „örtlich“ zurecht finden würden im Buch. Deshalb stimmen Straßennamen und Beschreibung von Plätzen. Auf der anderen Seite gebe es aber auch fiktive Schauplätze. Heike Rommel nennt als Beispiele das Luxus-Ressort „Paradise“ im Lippischen oder das „Corners Inn“ in der Bielefelder Altstadt.

Sie beschäftige sich mit ihrem Fall nicht nur aus Ermittler-Perspektive, sagt Heike Rommel. In „Kalte Liebe“ spielt auch die Mutter des ersten Opfers, der 15-jährigen Charlotte, eine Schlüsselrolle. Die Frau, die ihr einziges Kind verloren habt, macht sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Und ist der Polizei mitunter einen Schritt voraus. Die Ermittler nämlich müssen zunächst einmal Zeugenaussagen auf deren Wahrheitsgehalt überprüfen. Dabei fliegt so manches falsche Alibi auf. Und eine Kollegin von der Wirtschaftskriminalität ist ebenfalls nicht gefeit vor falschen Liebesbeschwörungen.

Heike Rommel wünscht sich, dass bei der Lektüre „das Kopfkino angeht“. Die Krimi-Reihe ist in chronologischer Reihenfolge geschrieben, so dass auch das Privatleben der Ermittler über die Jahre die ein oder andere Wende nimmt. Band sechs jedenfalls spiele, so Heike Rommel, ‚zur Weihnachtszeit und vermeintlich glückliches Familienleben hinter bürgerlicher Fassade“‚ werde dabei entlarvt. Die Autorin: „Der grobe Plot steht schon.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7697812?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Forderungen nach Lockdown-Ende Mitte Februar werden lauter
Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder haben bislang eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. Februar beschlossen.
Nachrichten-Ticker