Verhandlung in Berlin
Prozess gegen Holocaust-Leugnerin: 92-Jährige weist Vorwürfe zurück

Berlin/Vlotho/Bielefeld (dpa) -

Die wiederholt verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho hat in Berlin in einem erneuten Prozess wegen Volksverhetzung die Vorwürfe zurückgewiesen. Die 92-Jährige erklärte am Dienstag zu Beginn der Verhandlung, sie verstehe die «ganze Veranstaltung nicht». Was ihr vorgeworfen werde, sei «aus dem Zusammenhang gerissen, andere Sachen sind falsch».

Dienstag, 17.11.2020, 16:22 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 16:28 Uhr
Ursula Haverbeck-Wetzel, mehrfach verurteilte Holocaustleugnerin (eine Aufnahme von 2016). Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft legt der Seniorin zur Last, im März 2018 im Rahmen eines im Internet veröffentlichten Interviews den Holocaust geleugnet zu haben. Der Verteidiger scheiterte vor Verlesung der Anklage mit mehreren Anträgen auf Aussetzung des Verfahrens - unter anderem wegen Schwerhörigkeit seiner Mandantin. Auf Veranlassung des Richters erhielt Haverbeck schließlich Kopfhörer, um der Gerichtsverhandlung folgen zu können.

Die Frau aus Nordrhein-Westfalen ist erst vor einigen Tagen aus dem Gefängnis in Bielefeld entlassen worden. Sie hatte dort seit Mai 2018 eine Strafe von insgesamt zweieinhalb Jahren Haft voll verbüßt.

Seit Jahren müssen sich immer wieder Strafgerichte mit Äußerungen der Seniorin befassen. 2004 wurde sie erstmals wegen Volksverhetzung verurteilt und erhielt eine Geldstrafe. Zuletzt ergingen Haftstrafen ohne Bewährung.

Die Seniorin behauptete wiederholt, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager gewesen sei.

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