Britta Haßelmann (Grüne) fragt nach Nutzung der ehemaligen Briten-Kasernen
Bund konzentriert sich auf Catterick

Bielefeld -

Drei Bundesbehörden wollen die ehemaligen Briten-Kasernen in Bielefeld nutzen: die Bundespolizei, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Zoll. Die Prüfung konzentriere sich dabei jetzt auf den Standort Catterick an der Detmolder Straße, antwortete Bettina Hagedorn (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, auf eine schriftliche Anfrage der Bielefelder Bundestagsabgeordneten Britta Haßelmann (Grüne).

Mittwoch, 11.11.2020, 05:30 Uhr
Die Bundesbehörden sollen zusammen auf das Gelände der frei gewordenen Catterick-Kaserne ziehen. Foto: Thomas F. Starke

„Es ist ein herber Schlag für die Stadt, dass immer mehr Einrichtungen des Bundes in den ehemaligen Kasernen unterkommen wollen, wo doch bekannt ist, dass die Pläne zur städtebaulichen Nutzung fortgeschritten sind und der Wohnungsbedarf in Bielefeld sehr hoch ist“, reagierte Haßelmann auf die aktuelle Entwicklung. Nun werde die Vergabe weiterer Flächen an Bundeseinrichtungen scheibchenweise geplant.

Bekannt war zunächst, dass die Bundespolizei zeitlich befristet bis 2024 ein Ausbildungszentrum in der Catterick-Kaserne einrichten möchte. Dieses soll im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen, benötigt eine Fläche von 23.900 Quadratmetern. Dann hatten auch Zoll und BAMF Bedarf angemeldet. Das hatte Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) am Rande eines Besuches von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im September bei den Stadtwerken bekannt gegeben.

Die Staatssekretärin teilte Haßelmann nun mit, dass das BAMF rund 3300 Quadratmeter benötige, der Zoll rund 2500 Quadratmeter zuzüglich Neben- und Außenflächen. „Die Prüfung konzentriert sich aktuell auf eine gemeinsame Unterbringung mit der Bundespolizei in der Catterick-Kaserne“, heißt es in dem Schreiben. Damit stünde zumindest die früheren Rochdale Barracks weiterhin für eine städtebauliche Entwicklung zur Verfügung.

„Wenn der Stadt schon die größte Kaserne entzogen wird, braucht es dringend Fortschritte in den Gesprächen zur Übergabe der Rochdale Kaserne an die Stadt“, meint Haßelmann. Auf den Kasernenflächen könnte dringend benötigter guter und bezahlbarer Wohn- und Gewerberaum entstehen. In einem mehrjährigen Beteiligungsformat seien gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche Ideen für die Nachnutzung der Kasernen entstanden.

Erst am 20. Februar dieses Jahres waren die letzten britischen Kasernen in Bielefeld an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben worden. Sie verfügen über eine Gesamtfläche von 42 Hektar. Erstes Zugriffsrecht haben allerdings Bundesbehörden.

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