Bielefelds Ordnungsamt bittet bei Verstößen zur Kasse – 25 Berufsschüler mit Verwarngeld belegt
Masken-Muffel müssen jetzt zahlen

Bielefeld -

Unwissenheit zieht als Ausrede schon längst nicht mehr:

Seit nunmehr zweieinhalb Wochen gilt an den Einkaufsmeilen der Innenstadt sowie in Brackwede und Sennestadt die Maskenpflicht. Ordnungskräfte belassen es bei Verstößen daher nicht mehr bei mahnenden Worten – seit Mittwoch wird abkassiert.

Samstag, 07.11.2020, 07:00 Uhr
Das Ordnungsamt bittet bei Verstößen gegen die Maskenpflicht und andere Maßnahmen jetzt auch zur Kasse. Foto: Bernhard Pierel

Allein am Mittwoch und Donnerstag haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Bereich von Bahnhofstraße und Altstadt rund 50 Mal Verwarngelder verhängt, sagt Stadtsprecherin Margit Schulte Döinghaus. Jeweils 50 Euro werden fällig, wenn in den ausgewiesenen Bereichen die Maske nicht auf Mund und Nase sitzt. Dass Essen, Trinken oder Rauchen es rechtfertigen, die Maske abzunehmen, ist ein Irrtum.

„Wir haben den Eindruck, dass manche vom Bahnhof bis zum Jahnplatz einen Coffee-to-go-Becher in der Hand halten, um einen Grund zu haben, die Mund-Nase-Abdeckung nicht tragen zu müssen“, sagt Schulte Döinghaus. Auch da ist die Geduld der Ordnungskräfte langsam ausgereizt.

Anfangs sei da nicht eingeschritten worden. Zuletzt seien die Betroffenen aufgefordert worden, die Sperrzone für den Verzehr oder die Zigarette zu verlassen. Aber auch in diesen Fällen werde wohl bald direkt das Verwarngeld fällig.

Abkassiert wurde jetzt auch bei 25 Schülern im Umfeld des Carl-Severing-Berufskollegs, als sie dicht beieinander standen – zur Empörung mancher Betroffener. Eine davon beklagt, dass die Ordnungskräfte die Coronaregeln falsch angewandt hätten und kündigte Einsprüche gegen die „überfallartige Aktion“ an. Die Verwarngelder seien damit begründet worden, dass die Maske tragenden jungen Leute gegen die Regel verstoßen hätten, dass in Gruppen nur Menschen aus maximal zwei Haushalten stehen dürften. Diese Regel sei aber nichtig, wenn die Beteiligten eine Maske trügen und mindestens 1,5 Meter Abstand hielten.

Das Ordnungsamt widerspricht: Schulen könnten zwar eigene Regeln für das Schulgelände festlegen, die auch gewisse Kontakte mit oder ohne Maske ermöglichten. Daher kontrolliere die Stadt auf Schulhöfen während des Schulbetriebs auch nicht. Auf den öffentlichen Wegeverbindungen – wie in diesem Fall – gelten laut Ordnungsamt aber die allgemeinen Regeln der Coronaschutzverordnung für den öffentlichen Raum.

Weil es Beschwerden über eine „arglose Haltung der überwiegenden Anzahl der Schüler“ gab, habe es am Berufskolleg zunächst jeweils persönliche Ansprachen durch die Ordnungskräfte gegeben. Das habe aber „keine Wirkung gezeigt“, so dass schließlich Verwarngelder verhängt worden seien. Zwischen Schulleitung und Ordnungsamt habe es im Vorfeld ein Gespräch zu den geplanten Kontrollen gegeben, so die Stadt. Sie kamen somit „nicht überraschend“.

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