Vier junge Bielefelder und ein Gütersloher gründen Start-Up
Praktisch und schön: Porthy macht Handhygiene leicht

Bielefeld -

Die verstärkten Hygieneanforderungen in Coronazeiten haben den Erfindergeist bei vier jungen Bielefeldern und einem Gütersloher beflügelt. Sie entwickelten Porthy, eine Handykordel, die mit Desinfektionsmittel befüllt werden kann. Der Name steht für portable Hygiene.

Samstag, 07.11.2020, 06:00 Uhr
Die fünf Porthy-Erfinder wollen in Sachen Handhygiene Zeichen setzen (von links): Lukas und Pauline Tenge, Julian Hesse, Foto: WB

Und so funktioniert es: Über Sprühköpfe an den beiden Kordelenden ist das Desinfizieren jederzeit möglich, ohne das vorher lange in Taschen nach einem Fläschchen herumgekramt werden muss. Und natürlich: Das Handy hängt sicher und lässig an dem farbigen Accessoire.

Es gebe so viele Alltagssituationen, in denen Handdesinfektion nützlich sei, meint Jonathan Tenge. „Und wir haben uns überlegt, dass jeder sein Handy immer dabei hat“, erzählt Paul Böllhoff wie die Idee für Porthy entstand. Zudem sei die Desinfektion viel hautschonender als ständiges Händewaschen.

Knapp sieben Monate sind vergangen, seit Jonathan Tenge, seine Geschwister Pauline und Lukas sowie die Freunde Paul Böllhoff und Julian Hesse das Start-up gründeten. Jetzt geht es in den Verkauf. Es gibt schon zwei Dutzend Vorbestellungen, in der nächsten Woche starten sie mit Auftritten in den sozialen Medien. 1200 Porthy-Starter-Pakete stehen im Lagerraum in Brackwede bereit für eine letzte Endmontage und anschließendes Versenden.

Die Spannung ist groß bei den jungen Entwicklern zwischen 19 und 31 Jahren. Ihre Erfindung haben sie sich patentieren lassen, denn vom Erfolg sind sie überzeugt. „80 bis 90 Prozent der Infektionen werden über Hände übertragen, und es geht nicht nur um Corona“, sagt Jonathan Tenge, der Anfang des Jahres sein Studium des Wirtschaftsingenieurswesens abgeschlossen hat und gemeinsam mit Paul Böllhoff (19) sozusagen hauptberuflich Porthy vorantreibt. Während Lukas Tenge (29) und Julian Hesse (31), Trainer des FC Gütersloh, wichtige Impulse in Sachen Marketing geben, zeichnet Pauline Tenge für das Design verantwortlich. Die 21-Jährige studiert Textildesign in Mönchengladbach und hat etwa 30 Entwürfe für den mit Textil umwobenen Schlauch vorgelegt. Nichts wurde dem Zufall überlassen: Bei einer Umfrage mit 130 Teilnehmern wurden drei Modelle ausgewählt. In Produktion gingen Weiß-Orange, Rot und Anthrazit. Ganz wichtig ist dem Quintett, sich vom asiatischen Massenmarkt abzusetzen. „Wir produzieren so lokal wie möglich“, sagt Paul Böllhoff. Die Schläuche kommen aus Köln, die Umflechtung aus dem Schwarzwald. Die Metallteile werden in Bielefeld gedreht und in Salzkotten eloxiert. Den weitesten Weg haben die Sprühköpfe, sie kommen aus Frankreich.

Zunächst wenden sich die fünf Unternehmensgründer an Privatleute. In dem Starter-Paket befinden sich neben Kordel und Klebestreifen zur Befestigung der Smartphonehülle auch Desinfektionsmittel und eine Spritze zum Befüllen. Das Porthy-Team denkt jedoch schon einen Schritt weiter. Es gibt bereits Gespräche mit Unternehmen über die Anwendung von Porthy bei Messen und Kongressen. Vorstellbar ist laut Julian Hesse auch die Zusammenarbeit mit anderen Modelabels.

www.porthy.com

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