Jesco von Kuczkowski (SPD) ist neuer Bezirksbürgermeister
Proteste begleiten Wahl in Brackwede

Bielefeld -

Mit der Wahl Jesco von Kuczkowskis hat das rot-grün-rote Bündnis in der Brackweder Bezirksvertretung seinen SPD-Kandidaten fürs Bürgermeisteramt gegen die CDU als stärkste Fraktion durchgesetzt. Im Fokus der konstituierenden Sitzung am Donnerstag standen zeitweise aber andere.

Donnerstag, 05.11.2020, 21:43 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 21:50 Uhr
Aktivisten der Jungen Union forderten die SPD bis zuletzt auf, sich nicht vom Milli-Görüs-Anhänger Selvet Kocabey (Grüne) unterstützen zu lassen, protestierten aber auch gegen den Einzug der AfD in die Brackweder Bezirksvertretung. Foto: Thomas F. Starke

Vor der Queller Gesamtschule als Tagungsort waren Teilnehmer gleich mehrerer Demonstrationen aufgezogen. So protestierte die Junge Union gegen Extremisten in der Bezirksvertretung, bezog das sowohl auf den AfD-Vertreter Dr. Dietrich Hahn als auch den umstrittenen Grünen Selvet Kocabey, dem seine Nähe zur islamistischen Milli-Görüs-Bewegung vorgehalten wird.

Unterdessen richtete sich eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) mit Vertretern auch der Johannes-Kirchengemeinde Quelle gegen die AfD und dessen Bezirksvertreter Dietrich Hahn (79), dem als ältestem Mitglied die Leitung der Wahl und die Amtseinführung des neuen Bezirksbürgermeisters zufiel. Und während draußen unter den Blicken von Polizei und Sicherheitsdienst protestiert wurde, wollte drinnen auch Feride Ciftci von der SPD den Altersvorsitz des AfD-Mannes nicht kommentarlos hinnehmen. Zwar ohne Worte, dennoch vielsagend kehrte sie Hahn während seiner Sitzungsführung den Rücken zu.

Mit der Wahl Jesco von Kuczkowskis zum Bezirksbürgermeister und damit zum Nachfolger von Regina Kopp-Herr (SPD) enden die Auseinandersetzungen, die die Fraktionen im Vorfeld geführt hatten. So hatte die CDU, mit sechs Sitzen die stärkste Fraktion, der SPD vorgehalten, ihren Bezirksbürgermeister mit Unterstützung von Selvet Kocabey ins Amt zu bringen und bis zuletzt appelliert, auf dieses Bündnis zu verzichten. Um die Kooperation hatten Grüne, SPD und Linke lange gerungen, weil die Grünen zunächst auf Teilung des Bürgermeisteramtes bestanden, dann aber darauf verzichteten. Dass dieses Bündnis die Zusammenarbeit in der Bezirksvertretung nicht leichter machen dürfte, scheint auch der neue Bürgermeister zu ahnen: „Ausgrenzungen und Schmähungen gilt es zu verhindern“, sagte er in seiner Rede.

Vincenzo Copertino als CDU-Kandidat ist nun stellvertretender Bezirksbürgermeister, nachdem acht Stimmen auf den SPD-Kandidaten, sieben auf Copertino entfielen. Ein Bezirksvertreter gab in der geheimen Wahl einen ungültigen Stimmzettel ab, ein Mitglied enthielt sich.

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