Kunden von Schnellrestaurants sorgen für Abfall-Problem in Bielefeld
Parkplätze werden zugemüllt

Bielefeld -

An manchen Tagen sind es gar kleine Berge von Müll, die sich auf dem Parkplatz an der Kreuzung Eckendorfer Straße/Am Stadtholz türmen. „An Montagen ist es besonders krass“, sagt Magnus Mühlenweg. Der Geschäftsführer der Schröder-Team-Immobilienbesitzgesellschaft beklagt seit Monaten achtlos weggeworfenen Verpackungsmüll von Kunden der umliegenden Schnellrestaurants.

Freitag, 06.11.2020, 05:23 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 05:30 Uhr
Magnus Mühlenweg, Geschäftsführer der Schröder-Team-Immobilienbesitzgesellschaft, ärgert sich, dass auf dem Gelände an der Kreuzung Foto: Thomas F. Starke

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie im Februar/März ist die Vermüllung des Areals Am Stadtholz ein großes Problem – und Besserung ist nicht in Sicht. Eigentümer des insgesamt mehr als 20.000 Quadratmeter umfassenden Geländes ist die Ing. Herbert Schröder GmbH & Co. KG. Das Autohaus Schröder-Teams ist an dem Standort mit den Marken Hyundai, Skoda, VW und Seat vertreten; die andere Hälfte des Areals ist unter anderem an die Fastfood-Kette Subway, die Bäckerei Pollmeier und das asiatische Restaurant Bento-San vermietet. In unmittelbarer Nähe – auf der anderen Seite der Eckendorfer Straße – sind die Fastfood-Ketten Kentucky Fried Chicken (KFC), Burger King und Mc Donalds angesiedelt.

Und all diese Schnellrestaurants produzieren täglich jede Menge Verpackungsmüll, der zum Ärger des Eigentümers und Vermieters dann am Abend oder in der Nacht häufig auf den Parkplätzen und den Grünflächen auf dem Areal Am Stadtholz/Eckendorfer Straße landet.

„Fast schon ein Treffpunkt“

Vor allem in Zeiten des Lockdowns wie im Frühjahr oder gerade jetzt im November, wenn die umliegenden Fastfood-Restaurants nur außer Haus liefern dürfen und ihre eigenen Parkplätze schließen, sei es besonders schlimm. „Dann fahren immer mehr Gäste dieser Ketten auf unseren Parkplatz, man kann fast schon von einem Treffpunkt sprechen. Anstatt die ausreichend vorhandenen Mülleimer aufzusuchen, wird der mitgebrachte Abfall aber einfach achtlos weggeworfen“, beklagt Mühlenweg.

Das sei nicht nur ein Ärgernis für den Eigentümer, sondern auch für die Mieter vor Ort. Mühlenweg: „Die Mitarbeiter von Subway oder Pollmeier sind natürlich auch nicht erfreut, wenn sie früh morgens den Müll beseitigen müssen, den andere in der Nacht zuvor verursacht haben. Es ist ja schließlich auch in ihrem Interesse, dass es hier vernünftig aussieht.“

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat das Bielefelder Autohaus bereits einiges unternommen. „Wir haben zusätzliche Mülleimer und Hinweisschilder aufgestellt und eigens für die Müllentsorgung einen zusätzlichen Hausmeister eingestellt“, erklärt Magnus Mühlenweg. Für die Abfallbeseitigung seien mittlerweile Mehrkosten von etwa 4000 Euro entstanden.

Von Mitte September bis Mitte Oktober sei probeweise zudem ein Sicherheitsdienst beauftragt worden, um auf der regelmäßig vermüllten Fläche mit etwa 160 Parkplätzen die dort eintreffenden Menschen zur Ordnung aufzurufen. Auch eine Video-Überwachung sei diskutiert worden. „Das alles hat sich aber als viel zu teuer herausgestellt“, betont Mühlenweg.

„Wir wollen niemanden aussperren“

Das Gelände mit einem Schlagbaum abzuriegeln, hält der Geschäftsführer auch nicht für den richtigen Weg: „Das Kunden-Entrée ist ja auch eine Visitenkarte, und wir haben das Gelände bewusst offen gestaltet, weil das Charme hat. Außerdem wollen wir niemanden aussperren.“

Und so bliebe der Eigentümer-Gesellschaft nichts anderes übrig, als an die Vernunft und das Umwelt-Bewusstsein der umliegenden Gastronomie-Betreiber und deren Kunden zu appellieren: „Uns ist bewusst, dass das Privatgrundstück ist und wir rechtlich keine Handhabe haben. Aber der Umweltschutz geht doch alle etwas an, und es sollte auch jeder seinen Teil dazu beitragen“, sagt Mühlenweg.

Der Dialog wird gesucht

Aus diesem Grund hat die Schröder-Team-Immobilienbesitzgesellschaft telefonischen Kontakt mit dem städtischen Umweltamt aufgenommen und Ende August ein Anschreiben an die Filialen von KFC, Burger King und Mc Donalds verschickt, in dem das Müllproblem geschildert wird und die Fastfood-Ketten dazu aufgerufen werden, den Abfall ihrer Kunden durch eigene Mitarbeiter zu beseitigen. „Leider ist dieser Appell ohne jede Reaktion geblieben“, erklärt Magnus Mühlenweg. Geschäftsführer Friedrich Schröder ergänzt: „Durch das Müllaufkommen auf fremden Grundstücken sinkt ja auch das Ansehen der umliegenden Schnellrestaurants.“

Das Unternehmen werde weiter den Dialog suchen, der eindringlichste und zugleich einfachste Appell richtet sich an die Gäste, die sich auf dem Parkplatz treffen, um das mitgebrachte Essen zu verzehren: „Bitte nutzt dann die aufgestellten Mülleimer, um einen positiven Beitrag für die Umwelt und das Stadt-Ensemble zu leisten. Damit wäre allen geholfen.“

 

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