Corona-Lage in Bielefeld angespannt
Operationen müssen verschoben werden

Bielefeld (WB/abe) -

Das Infektionsgeschehen in Bielefeld zwingt die Stadt und Krankenhäuser zu weiteren Maßnahmen. Operationen, die nicht akut gemacht werden müssen, werden verschoben. Die Intensivkapazitäten für die Versorgung der von schweren Verläufen betroffenen Covid-Patienten werden aktuell ausgebaut. Coronafälle gibt es derzeit an knapp 20 Schulen. Die Stadt hat die neuen Quarantänevorschriften an Kitas und Schulen bekannt gegeben.

Mittwoch, 04.11.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 15:56 Uhr
In Bielefeld steigen die Coronazahlen. Die Kapazitäten der Intensivmedizin werden erweitert.

 

 

Wie berichtet, wurden am Mittwoch 129 Neuinfektionen gemeldet. Das ist nahezu eine Verdoppelung binnen eines Tages. Somit steigt die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Bielefelder auf 2.260.

Aktuell infektiös sind 716 Menschen und damit 70 mehr als am Vortag.

Die Zahl der Reiserückkehrer, die positiv getestet worden sind, steigt um acht auf 214. Diese Zahl wird seit 17. Juli erhoben.

1.535 Personen sind mittlerweile wieder genesen (plus 59).

74 Bielefelder werden aktuell im Krankenhaus im Zusammenhang mit Corona behandelt, 21 davon liegen auf der Intensivstation, neun werden auch beatmet.

In Quarantäne befinden sich aktuell 1.965 Menschen, das sind 55 mehr als am Vortag.

Die Neuinfektionsrate in den vergangenen sieben Tagen steigt (+21,8) auf 163,1 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 716 Neuinfizierten.

Zum Vorgehen bei Quarantäne und Tests an Schulen und Kitas sagt Nürnberger: „Eines unserer wichtigsten Ziele ist, den Schul- und Kitabetrieb aufrecht zu erhalten. Wir müssen dabei einerseits den Schutz der Kinder und der Beschäftigten gewährleisten, andererseits wollen wir zielgenau nur die engen Kontaktpersonen mit Quarantäne belegen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Hygienekonzepte in den Kitas und Schulen gut funktionieren und die Maskenpflicht, die Abstände und das Lüften ihre positiven Wirkungen beim Infektionsschutz zeigen. Auch beim Testen wollen wir sehr zielgenau arbeiten: Wir werden die Tests vor allem den engen Kontaktpersonen in den Kitas und Schulen anbieten, um hier Ausbreitungsrisiken zu verringern. Zudem setzen wir darauf, dass bei symptomatisch erkrankten Personen die niedergelassenen Ärzte ihren Pflichten nachkommen und Tests vornehmen. Die Testkapazitäten sind in den vergangenen Monaten enorm aufgebaut worden, aber trotzdem müssen wir Engpässe durch anlassloses Testen vermeiden. Wir sind weiterhin auf die Mitarbeit der Kitas und Schulen bei der Kontaktnachverfolgung und Eindämmung des Infektionsgeschehens angewiesen. Mir ist bewusst, dass das auch für die Einrichtungen – insbesondere für die Leitungskräfte – eine Riesenanstrengung darstellt.“

Hier die Richtlinien zum Vorgehen bei Infektionen in Bielefelder Kitas und Schulen:

Kinder und jüngere Jugendliche sind laut RKI seltener betroffen als Erwachsene und nicht Treiber der Pandemie. Auch gibt es vergleichsweise selten Ausbrüche in Kitas und Schulen. Lehrkräfte und Erzieher werden nicht häufiger infiziert als die Durchschnittsbevölkerung. Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen wirken in diesen Einrichtungen gut und verringern das Infektionsrisiko erheblich. Von Kitas und Schulen geht somit kein überdurchschnittliches Risiko für die übrige Bevölkerung aus.

Kitas und Schulen bieten den Kindern eine wichtige Lern- und Erlebnisumgebung und tragen zur Bildungsgerechtigkeit bei. Zudem sichern sie die Erwerbsmöglichkeiten der Eltern ab. Daher sind Schulschließungen zu vermeiden: „Die Aufrechterhaltung eines „regulären“, zuverlässigen, kontinuierlichen Unterrichtsangebots als Präsenzunterricht Vermeidung von kompletten und präventiven oder reaktiven Schulschließungen ist ein wesentliches Ziel der SARS-Cov-2-Infektionsprävention in Schulen“ (RKI).

Vor dem geschilderten Hintergrund verfährt das Gesundheitsamt Presseamt/Statistikstelle – in Abstimmung mit dem Krisenstabsleiter – im Grundsatz und unter Berücksichtigung gegebenenfalls vorliegender besonderer Umstände wie folgt:

1. Schulen ab der 5. Klasse: Sitzpläne und Masken sind Vorschrift. Bei einem positiven Fall in einer Klasse gehen die Schüler in 1,5 Metern Umkreis um den Indexfall (Kategorie I RKI) in Quarantäne. Die Lehrkraft geht in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zu der Indexperson hatte (1,5 m). Ein Test wird nur den o.g. Kindern und Lehrern angeboten.

2. In der Grundschule kann bei eingehaltenem Sitzplan wie oben verfahren werden, aber hier gilt wegen der fehlenden MNB-Pflicht ein Abstand von 2 m.

3. In der Kita geht, wenn abgrenzbar, „nur“ die ganze Gruppe bei positivem Fall in Quarantäne. Je nach Recherche-Ergebnis zum Bewegungsverhalten müssen auch weitere Kinder in Quarantäne geben (z.B. wenn die Gruppentrennung nicht eingehalten werden konnte). Dieser Personengruppe wird ein Test angeboten und komplett Quarantäne verordnet. Erzieher gehen in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zur Indexperson hatten (was für die Erzieher der betroffenen Gruppe regelmäßig der Fall sein wird).

4. Bei Clustern (gleichzeitiges Auftreten von mindestens zwei positiven Fällen) soll die ganze Klasse/Gruppe sowie die Lehrkraft in Quarantäne gehen und getestet werden.

5. Das ordnungsgemäße Tragen von FFP2-Masken kann im Einzelfall vor Quarantäneverpflichtungen schützen.

6. Die Recherche erfolgt telefonisch über die Schulleitung bzw. die Klassenleitung. Auch die Quarantäneverpflichtung wird dabei bereits ausgesprochen und Testung empfohlen. Die Schulleitungen werden gebeten, die Quarantäneverpflichtung gegenüber den Schülern bzw. den Eltern im Auftrag des Gesundheitsamts mitzuteilen. Die Schulleitung erhält die „Quarantäne-Mail“ mit allen wichtigen Informationen zur Weitergabe. Quarantäneverfügungen gehen möglichst rasch postalisch an die betreffenden Personen.

Bei Fragen: Telefon 0521 51-2215 /-2115 /-2900Telefax 0521 51-6997presseamt@bielefeld.dewww.bielefeld.detwitter.com/stadtbielefeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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