Entscheidung in Kürze, aber kaum Hoffnung
Weihnachtsmarkt Bielefeld vor Absage

Bielefeld -

Gebrannte Mandeln. Köstlicher Glühwein. Weihnachtliche Atmosphäre. Darauf werden die Bielefelder und auch alle anderen Besucher in diesem Jahr verzichten müssen. Die endgültige Entscheidung der Stadt steht zwar noch aus. Aber alles deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt in Bielefeld geben wird.

Dienstag, 03.11.2020, 06:16 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 07:01 Uhr
Auf eine solche weihnachtliche Stimmung in der City müssen die Bielefelder in diesem Jahr verzichten. Foto: Bernhard Pierel (Archiv)

Dortmund, Münster, Düsseldorf und viele andere Städte mehr in Nordrhein-Westfalen haben ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt. Ebenso zahlreiche Städte in OWL wie Paderborn, Herford, Gütersloh und Bad Oeynhausen. In Bielefeld soll die Entscheidung an diesem Dienstag fallen. Und allen Beteiligten ist schon jetzt klar: Das Virusgeschehen im Oberzentrum lässt einen Weihnachtsmarkt mit mehreren zehntausenden Besuchern nicht zu. Auch Bielefeld-Marketing-Chef Martin Knabenreich rechnet mittlerweile mit dem Aus. „Alles andere würde mich sehr wundern.“

Rechtliche Grundlage für die Absage ist die Coronaschutzverordnung. Sie gilt seit Montag. Bis einschließlich Ende November sind darin Messen, Ausstellungen und Jahrmärkte bis zum 30. November verboten. Da die Planung eines Weihnachtsmarktes etwa zwei bis drei Wochen Vorlauf benötigt, muss jetzt eine Entscheidung her. „Die mehr als 100 Händler müssen Planungs- und Rechtssicherheit haben – und wir als Veranstalter auch“, sagt Knabenreich. Andere Städte, die selbst als Veranstalter fungieren, hätten es da leichter gehabt, die Entscheidungen herbeizuführen. Am Ende geht es auch um die Frage, wer im Falle einer Absage schadenersatzpflichtig ist oder nicht. „Schließlich hängen an so einem Weihnachtsmarkt Arbeitsplätze und Umsätze“, sagt der Bielefeld-Marketing-Chef. Er beziffert die Kosten der Veranstaltung auf 300.000 Euro. Diese Kosten würden durch die Standgebühr von 500 bis 6000 Euro je nach Stand gedeckt.

Am Dienstag entscheidet der Verwaltungsvorstand über die Absage. Dieses Gremium besteht aus dem Oberbürgermeister und den Dezernenten der Stadt. Bevor das Aus endgültig erfolgt, soll noch eine weitere Frage geklärt werden: Denn es gibt Überlegungen, eine Mini-Variante stattfinden zu lassen. Diese soll wenigstens für etwas weihnachtliche Atmosphäre sorgen. Laut Knabenreich wird überlegt, ob einige wenige Kunsthandwerker-Stände aufgebaut werden können. Aber auch dafür wird in Coronazeiten ein Konzept benötigt.

Die Innenstadt selbst soll wie bisher weihnachtlich geschmückt werden. Zum Teil ist das Aufgabe der Kaufmannschaften. Hier gebe es bereits Zusagen.

Die Bielefeld-Marketing hatte noch im Oktober geplant, den Weihnachtsmarkt in drei abgetrennten Bereichen – auf dem Kesselbrink, auf dem Altstädter Kirchplatz und auf dem Klosterplatz und einzelne Stände abseits der großen Plätze – stattfinden zu lassen. Selbst diese Hoffnung ist jetzt so gut wie geplatzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7660630?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Tausende Pakete in nur einer Nacht
Christian Wibbe leitet den Amazon-Standort in Mönkeloh. Seit sechs Wochen läuft der Betrieb. 450 Transporter rollen hier an den Werktagen vom Hof.
Nachrichten-Ticker