Late-Night-Shopping: Weniger Besucher in Bielefeld
Corona mindert das Einkaufserlebnis

Bielefeld -

Bei den Nachbarn in Niedersachsen waren am Samstag (Reformationstag) die Läden geschlossen. Nicht so in Bielefeld, wo bis 22 Uhr nach Herzenslust geshoppt werden konnte.

Sonntag, 01.11.2020, 16:22 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 16:41 Uhr
Überwiegend junge Besucher schlenderten in den frühen Abendstunden durch die Bahnhofstraße. Die Umsätze blieben indes hinter den vormaligen Jahren weit zurück. Foto: Thomas F. Starke

Ein Blick in die Parkhäuser bestätigte dann auch, dass das Kalkül des Einzelhandels aufgegangen war: Da wurden jede Menge Pkw mit Osnabrücker Kennzeichnen gesichtet, aber auch Besucher aus Hannover, Ahaus, Warendorf, Herford, Lippe, Paderborn und Höxter nutzten die Gelegenheit, ausgiebig zu bummeln und ein letztes Mal vor dem Lockdown die Bielefelder Gastronomie zu genießen.

„Die Gastronomie war der Gewinner des Late Night Shopping“, resümiert Henner Zimmert, Vorsitzender der Kaufmannschaft Altstadt. Ab 19.30 Uhr zeigten sich die Restaurants gut gefüllt. Während die Geschäfte in der Obernstraße sich nicht am Late Night Shopping beteiligten, blieb in Gastrobetrieben wie etwa dem „Alex“ kein Tisch unbesetzt. Vor dem Burgerrestaurant „Peter Pane“ in der Niedernstraße oder dem „Plaza“ standen die Menschen in einer Schlange an, um Einlass zu finden.

„Ich habe aber auch mit vielen Händlern gesprochen, die sehr zufrieden mit dem Geschäft waren“, berichtet Henner Zimmat.

Nicht ganz so zuversichtlich klingt die Einschätzung von Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL: „Die Besucherfrequenz in den Abendstunden war sehr gering, die Umsätze nicht wie bei vormaligen Late-Night-Shopping-Veranstaltungen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen hatten wir auch keine große Hoffnung. Wir haben am Late-Night-Shopping nur festgehalten, weil wir das in Niedersachsen so stark beworben hatten und nicht kurzfristig absagen wollten“, berichtet Kunz. Zwar sei die Besucherfrequenz tagsüber besser als an den Samstagen zuvor gewesen, die Umsätze blieben indes analog zu den Vortagen, so Kunz. „Wir verzeichnen seit der Corona-Krise ein Minus von 20 bis 30 Prozent. Wenn jetzt auch noch der Café- und Restaurantbesuch wegfällt, kommen noch weniger Besucher zum Einkaufen in die Innenstadt“, befürchtet Thomas Kunz.

Seine Eindrücke decken sich mit denen von Johannes Göke. Der Geschäftsführer von Peek & Cloppenburg spricht von „einer eher traurigen Veranstaltung“.

Während es in den Abendstunden in der Fußgängerzone der Altstadt gemächlicher zuging – dort hatte etwa noch die Hälfte der Läden geöffnet – wurde die Bahnhofstraße vornehmlich von jungen Menschen etwas besser frequentiert. Wie ihre Einkaufstüten verrieten, waren ihre Anlaufstellen Geschäfte wie TK Maxx, Zara und Primark.

Die Maskenpflicht wurde nicht von allen Besuchern eingehalten. Vor allem Jugendliche schlenderten, ausgestattet mit einem Imbiss oder einem Getränk, durch die Fußgängerzone, ohne einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Eine Familie kam, ohne Maske, über den Jahnplatz in die Bahnhofstraße, schaute kurz irritiert und holte rasch den Mund-Nasen-Schutz hervor – offensichtlich Besucher aus dem Umland, die die Bielefelder Regelung noch nicht kannten und die roten Hinweisschilder übersehen hatten.

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