Zehn Schulen sollen ihre Anfangszeiten variabler gestalten
Flex-Schulstart gegen volle Busse

Bielefeld (WB). Flexible Anfangszeiten an zehn weiterführenden Schulen sollen dazu beitragen, dass es morgens und in den Mittagsstunden in den Bussen und Bahnen von Mobiel nicht mehr so voll ist. Das Ziel ist vor allem die Reduzierung des Risikos einer Ansteckung mit Corona .

Mittwoch, 28.10.2020, 06:10 Uhr
Die Schulen sollen ihre Anfangszeiten flexibler gestalten, um den Andrang in Bus und Bahn zu entzerren. Foto: dpa

Welche Schulen betroffen sind, will die Stadt im Lauf der Woche bekannt geben. Aber klar dürfte sein, dass vor allem die Innenstadt-Gymnasien angesprochen werden. Sie haben einen hohen Fahrschüler-Anteil. Greifen soll die Entzerrung der Anfangszeiten nach den Weihnachtsferien.

„Große organisatorische Veränderung“

„Es geht darum, die Schulen versetzt mit dem Unterricht beginnen zu lassen“, sagt Peter-Michael Müller, Abteilungsleiter im städtischen Amt für Schule. Denkbar wäre, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler wie gewohnt zur ersten Stunde kommt, ein weiterer Teil erst zur zweiten Schulstunde. „Uns ist klar, dass die Umstellung mit großen organisatorischen Veränderungen verbunden ist“, räumt Müller ein. Angesichts der Corona-Lage sei es aber geboten, bei den Fahrschülern zu Anpassungen zu kommen.

„Wir erhoffen uns vor allem eine Entlastung auf den Buslinien“, sagt Mobiel-Sprecher Hans-Heinrich Sellmann. Aktuell profitieren das Verkehrsunternehmen und die Stadt vom 1000-Busse-Programm der Landesregierung. Landesweit werden bis zu 1000 zusätzliche Busse finanziert, die im Schülerverkehr eingesetzt werden. In Bielefeld sind sechs ExtraFahrzeuge im Einsatz, die auf den am stärksten betroffenen Linien für Entlastung sorgen.

Das Programm jedoch läuft mit Beginn der Weihnachtsferien aus. Das Schulministerium hatte die Förderung damit verknüpft, dass anschließend in den beteiligten Kommunen ein Konzept zur Entzerrung des Unterrichtsbeginns aufgelegt wird.

Das Land macht Druck

Damit dürfte Anfang kommenden Jahres Wirklichkeit werden, was in Bielefeld jahrzehntelang vergeblich versucht worden war. In der Vergangenheit hatten sich die Schulen immer wieder gewehrt, die Anfangszeiten zu entzerren. Jetzt sollen sie innerhalb von 14 Tagen signalisieren, ob sie die von Mobiel, vom Amt für Verkehr und vom Amt für Schule entwickelten Vorschläge akzeptieren, oder welche Gründe es dagegen gibt. Kommt es zu einer Ablehnung, würde die Bezirksregierung Detmold abschließend entscheiden. Ganz einfach dürfte die Umstellung für die Schulen tatsächlich nicht werden. So arbeiten etwa das Ceciliengymnasium und das Helmholtz-Gymnasium beim Oberstufen-Unterricht zusammen, ebenso das Gymnasium am Waldhof und das Ratsgymnasium. Dies müsste ebenso berücksichtigt werden wie der unterschiedliche Einsatz der Lehrkräfte in den jeweiligen Jahrgangsstufen.

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