Das Virusgeschehen in Bielefeld: Ein Kommentar von André Best
Vorbilder und Volltrottel

Wenn es für manche Menschen offenbar die größte Sorge ist, genügend Toilettenpapier zu bekommen, dann stimmt etwas nicht. Erneut müssen wir feststellen: Einige Menschen – ja, leider auch aus Bielefeld – decken sich schon wieder mit Klopapier, Mehl und anderen Dingen ein. Nichts dazugelernt? Offenbar nicht. In Zeiten von Corona werden zum wiederholten Mal menschliche Verhaltensweisen, fast schon Abgründe, sichtbar, die fassungslos machen.

Samstag, 24.10.2020, 06:11 Uhr aktualisiert: 24.10.2020, 08:30 Uhr
Corona und das Toilettenpapier. Von Vorbildern und Volltrottel. Foto: Bernhard Pierel

Dazu gehören nicht nur die Hamsterkäufer. Sondern auch die ständigen und wohl ewigen Nörgler und Verweigerer. Die alles schlecht reden. Die sich an nichts halten wollen. Die ständig ihre eigenen Regeln aufzustellen versuchen. Eigentlich lässt sich sagen: Die ständig aus der Reihe tanzen, nicht verstehen oder nichts verstehen wollen und das auch öffentlich kundtun, offenbar ohne sich dafür zu schämen. Da helfen am Ende auch keine guten Argumente mehr. Man muss diese Ignoranten irgendwie ertragen und mit durchziehen.

Wenn dann auch noch der Präsident der Bundesärztekammer aus Bielefeld, Klaus Reinhardt, in einer Talksendung öffentlich am Nutzen von Alltagsmasken zweifelt , dann lässt einen das nur noch ratlos zurück. Wenigstens ist er am Freitag von seiner Meinung wieder abgerückt.

Man muss ja nicht alles gut und richtig finden, was von der Politik beschlossen und festgelegt wird in diesen ohnehin nicht einfachen Zeiten. Aber was mögen beispielsweise die Mitarbeiter vom Ordnungsamt und Polizei in Bielefeld denken, die tagein und tagaus dafür sorgen, dass Regeln auch eingehalten werden? Was mögen ältere und kranke Menschen denken, die zur Risikogruppe gehören und sich nicht mehr vor die Tür trauen – aus Angst vor dem Virus?

Da bereitet es umso mehr Freude, wenn es auch echte Vorbilder in unserer Gesellschaft gibt. Wir sehen sie täglich, wenn sie beispielsweise durch die Bielefelder Fußgängerzone gehen. Wie selbstverständlich tragen sie ganz cool ihre Masken. Mal mit Donald-Duck-Aufdruck, mal mit Arminia Bielefeld-Wappen – je nach Geschmack und Alter. Es sind Kinder. Sie sind Vorbilder für manche Erwachsenen.

Von den Kleinen könnten viele noch etwas lernen. Könnten.

Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, Klopapier zu kaufen oder sich über die Maskenpflicht und andere Regeln aufzuregen.

Die Coronazahlen am Samstag in Bielefeld

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