Montessori Förderverein will im Schuljahr 2021/22 mit 54 Fünftklässlern starten
Gesamtschule: Planung gewinnt an Fahrt

Bielefeld (WB). Das Timing ist perfekt: Wenn Ende des Schuljahres die ersten Viertklässler die Montessori Grundschule verlassen, sollen sie übergangslos in die neue Gesamtschule gehen können, in der ebenfalls nach der Pädagogik von Maria Montessori gelernt und gelebt werden soll. Das ist der Plan von Andrea Maertens, Thomas Retzlaff und ihren Mitstreitern.

Freitag, 09.10.2020, 06:00 Uhr
Stecken seit Monaten viel Energie in die Gründung einer Montessori Gesamtschule, die ihren Standort ganz in der Nähe der Montessori Grundschule bekommen soll: Thomas Retzlaff und Andrea Maertens vom Arbeitskreis Montessori Gesamtschule. Foto: Kerstin Sewöster

Seit Jahren engagieren sie sich für die Gründung einer Montessori Gesamtschule. Jetzt ist die Realisierung in Aussicht, auch wenn noch viel zu tun bleibt. „Wir sind im Gespräch mit einem Investor“, zeigt sich Andrea Maertens zuversichtlich. Nach der aktuellen Planung wird es einen Neubau unweit der Montessori Grundschule an der Mühlheimer Straße 18 geben, die 2016/17 an den Start ging.

Neubau soll gemietet werden

Es gebe auch schon eine Übergangslösung für die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus. „Wir können Büroräume nutzen“, sagt Maertens. Das Schulgebäude soll nach Fertigstellung angemietet werden. Doch bis dahin müssen noch viele Schritte genau abgestimmt werden. Um zum Beispiel die Genehmigung von der Bezirksregierung erteilt zu bekommen, müssen die Schülerzahlen feststehen. Der Verein widmet sich deshalb intensiv der Elterninformation. Zehn Viertklässler verlassen mit Schuljahresende die Montessori Grundschule.

Für Thomas Retzlaff ist die Gründung der Gesamtschule die logische Konsequenz der einzügigen Montessori Grundschule, die mit einer jahrgangsgemischten Klasse an den Start ging und in der heute 85 Mädchen und Jungen nach dem Konzept von Maria Montessori (1870 bis 1952) lernen. Die italienische Ärztin entwickelte eine Pädagogik, die dabei helfen soll, dass Kinder zu eigenständigen, selbstbewussten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten werden. Jedes Kind solle dabei gefördert werden, sich nach seinem individuellen „inneren Bauplan“ zu entwickeln.

Jahrgangsübergreifende Klassen

Jahrgangsübergreifende Klassen gehören zum Konzept. An der Gesamtschule sollen Fünft- bis Siebtklässler und Acht- bis Zehntklässler gemeinsam lernen. Während die Sekundarstufe I zweizügig angelegt wird, soll die Oberstufe einzügig geführt werden. Bei vollem Betrieb sollen einmal 400 Schüler die Einrichtung besuchen.

Bestätigt fühlen sich Maertens und Retzlaff vom Schulentwicklungsplan, den die Stadt vorgelegt hat. Der Bedarf an Schulplätzen sei da. Und die Montessori Gesamtschule soll das Angebot ergänzen. „Wir wollen keine Eliteschule sein, sondern die Gesellschaft abbilden“, betont Retzlaff. Entsprechende Anpassungen des Elternbeitrages seien deshalb möglich. Die Montessori Gesamtschule wird eine private Ersatzschule sein, die zu 87 Prozent vom Land refinanziert wird. Der Rest muss mit Elternbeiträgen gedeckt werden. Die Trägerschaft übernimmt eine gemeinnützige GmbH, die noch zu gründen ist. Dieses Modell greift bereits bei der Grundschule.

Vorgezogenes Anmeldeverfahren

Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld für die Planer ist das Personal. „Wir brauchen eine Geschäftsführerin, eine Schulleitung und Lehrer“, sagt Retzlaff, der sich freut, dass schon zwei Pädagogen im Boot seien, darunter ein pensionierter Lehrer, der sich unbedingt einbringen wolle. Wie viele Lehrer benötigt werden, wisse man noch nicht – „das hängt von der Fächerkombination ab“. Maertens und Retzlaff gehen von sechs bis acht Lehrern aus, die stundenweise beschäftigt werden. Arbeiten werde man in der Startphase wohl mit 2,8 Lehrerstellen.

Den Antrag auf Genehmigung der weiterführenden Ersatzschule wollen Maertens und Retzlaff im Januar bei der Bezirksregierung stellen, sobald das Anmeldeverfahren abgeschlossen ist. Noch im selben Monat sollen Eltern ihre Kindern in einem vorgezogenen Verfahren anmelden können.

Drei Informationsabende im November

Im November veranstaltet der Förderverein Montessori Schule Bielefeld drei Informationsabende. Details zu dem Stand der Planung, zu Unterrichts- und Pädagogikinhalten gibt es am Donnerstag, 5. November, am Mittwoch, 11. November, und am Dienstag, 17. November. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, voraussichtlich im Gebäude der Grundschule, Mühlheimer Straße 18. Wichtig: Wegen der Pandemie wird um schriftliche Anmeldung gebeten: wfs@montessorischule-bielefeld.de.

 

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