Polizei Bielefeld hat Angebot wegen Corona gestrichen – Unterschriftenaktion gestartet
Eltern fordern Verkehrserziehung für ihre Kinder

Bielefeld (WB/MiS). Die Bielefelder Polizei hat sämtliche Fahrradprüfungen an Grundschulen wegen Corona gestrichen. Das empört viele Eltern.

Dienstag, 06.10.2020, 15:00 Uhr
Schulkinder sollen sicher mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sein. Foto: dpa

Deshalb werden jetzt an zahlreichen Bielefelder Grundschulen Unterschriften gesammelt. Sie sollen an Polizeipräsidentin Katharina Giere übergeben werden und doch noch ein Einlenken der Behörde bewirken. Ausgegangen ist die Sammelaktion von der Elternpflegschaft der Stapenhorstschule.

„Für uns ist völlig unverständlich, dass die Verkehrserziehung komplett ausfallen soll“, sagt Silja Loesenbeck, Schulpflegschaftsvorsitzende an der Stapenhorstschule. „Die Polizei begleitet Arminia-Spiele, ist bei Demonstrationen präsent.“ Bei diesen Einsätzen sei das Infektionsrisiko mit Corona im Zweifel höher. Loesenbeck verweist auch auf die Nachbarkreise, wo das Angebot von den dortigen Polizeibehörden nicht eingestellt worden sei.

Der Schutz der Beamten vor einer Ansteckung mit Corona müsse höchste Priorität haben, argumentiert dagegen die Bielefelder Polizei. Die Einsatzbereitschaft müsse sichergestellt bleiben. Angesichts „unserer Verantwortung für die öffentliche Sicherheit haben wir entschieden, die Verkehrserziehungsmaßnahmen in den Schulen bis auf Weiteres auszusetzen”, heißt es in einem Schreiben des Polizeipräsidiums, das an alle Bielefelder Schulen versandt worden ist.

Ausfallen muss deshalb das Fahrradtraining in den Klassen drei und vier, ebenso die so genannte „Verkehrsraumerkundung“ für Kindergarten-Kinder. In den weiterführenden Schulen sind „Crash-Kurse“ gestrichen, in denen Jugendliche vor zu schnellem Fahren gewarnt werden. 

„Wenn die Kinder zehn Jahre alt sind, sollen sie mit dem Fahrrad auf der Straße fahren“, sagt Silja Loesenbeck. Natürlich könnten auch Eltern die Schulung des Nachwuchses übernehmen. „Aber wenn das die Polizei macht, hat das für die Kinder eine ganz andere Bedeutung und Wirkung.“ Die Beamten verfügten über das notwendige Fachwissen.

Am kommenden Freitag wollen Eltern und Kinder mit einer großen Delegation im Polizeipräsidium vorsprechen und die gesammelten Unterschriften übergeben. Silja Loesenbeck freut sich, dass inzwischen die Elternvertreter vieler anderer Grundschulen mitmachen und sich breiter Protest formiert hat. So sind die Sudbrackschule, die Plaßschule, die Klosterschule, die Bültmannshofschule und die Grundschule Wellensiek-Hoberge dabei. Unterstützung gibt es ebenfalls aus der Diesterwegschule. Auch der Stadtelternrat engagiert sich.

Politiker haben ebenfalls bereits auf die Bedeutung der Verkehrserziehung hingewiesen. Die CDU hatte dazu einen Antrag im Schulausschuss des Rates gestellt, es gab Stellungnahmen von den Grünen und der Wählergemeinschaft Bürgernähe.

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