Kaufleute hatten auf eine abgespeckte Variante gehofft – Umfrage zur Sonntagsöffnung
WIG sagt die 46. Glückstalertage ab

Bielefeld(WB). Im Jahr der geplatzten Veranstaltungen müssen sich auch die Brackweder Glückstalertage der Corona-Pandemie beugen: Soeben hat die Werbe- und Interessengemeinschaft (WIG) Brackwede ihr beliebtes Volksfest im Herzens des Stadtbezirks abgesagt – zum ersten Mal in 46 Jahren.

Dienstag, 06.10.2020, 04:20 Uhr
Die Brackweder Hauptstraße voller Menschen: So sieht es dort üblicherweise während der Glückstalertage aus. Foto: Peter Bollig

Immer an einem verlängerten Wochenende im Oktober hatten die Glücktalertage seit 1975 entlang der oberen Hauptstraße und auf einigen angrenzenden Flächen stattgefunden. Gewöhnlich waren mehr als 100 Schausteller dabei und zuletzt viele weitere Buden und Stände heimischer Vereine und Einrichtungen. Der jeweilige Sonntag war verkaufsoffen. Oft kamen mehrere 10.000 Besucher aus der gesamten Region zum Kirmes- und Einkaufsvergnügen nach Brackwede.

Das ist in diesem Jahr alles anders, nachdem schon der Schweinemarkt im August aus demselben Grund hatte ausfallen müssen. „Kaufleute und Schausteller hätten sich gefreut, wenn wir unter Corona-Bedingungen wenigstens so etwas wie ‚Glückstalertage light‘ hätten durchführen können“, sagt WIG-Chef Karl-Uwe Eggert. Er verweist auf den Freizeitpark „Bie happy“, der unter Corona-Hygieneregeln als Ersatz für ausgefallene Kirmesveranstaltungen vom 23. Juli bis 30. August an der Bielefelder Radrennbahn stattfinden durfte und einige tausend Besucher anlockte.

Fahrgeschäfte unter den geforderten Hygieneregeln

„Wir hatten darauf gehofft, dass so etwas auch in Brackwede möglich sein würde“, erklärt Eggert. „Mit offenen Geschäften sowie einigen Ständen und Fahrgeschäften unter den geforderten Hygieneregeln an bestimmten Plätzen.“ Diese Hoffnung habe sich aber inzwischen zerschlagen – spätestens nach einer abschlägigen Entscheidung der Landesregierung NRW zur Sonntagsarbeit und dem entsprechenden Urteil des Oberverwaltungsgerichts.

Laut Eggert sind die Glückstalertage – je nach Branche – „ein beträchtlicher Umsatzträger“ für die Kaufleute, machten zum Beispiel in Schuh- und Textilhäusern bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes aus; vor allem, weil auch viele Kunden zu den besonderen Ladenöffnungszeiten aus dem Umland kämen.

Jetzt hofft die WIG darauf, dass sie wenigstens ein oder zwei verkaufsoffene Sonntage in der Vorweihnachtszeit 2020 genehmigt bekommt, um einen Teil der verlorenen Umsätze vielleicht aufzufangen. Unter den Kaufleuten will Eggert zeitnah eine entsprechende Umfrage andrehen. Darin sollen sie ihre bevorzugen Daten für solche Sonntage mitteilen.

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