18-Jähriger aus Bielefeld und 22-Jähriger aus Delbrück unter Verdacht
Mit 170 durch Bielefeld: Autos und Mobiltelefone beschlagnahmt

Bielefeld (WB). Nach einem mutmaßlichen Autorennen in Bielefeld hat die Polizei mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt.

Freitag, 02.10.2020, 14:55 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 15:12 Uhr
Symbolfoto. Foto: Daniel Lüns

Nach Behördenangaben werden zwei junge Männer verdächtigt, bereits am Mittwoch, 19. August, ein illegales Autorennen in Bielefeld-Ummeln durchgeführt zu haben. Auf der Gütersloher Straße, wo 50 km/h erlaubt sind, sollen sie mit mehr als 170 km/h mehrfach an einer stationären Geschwindigkeitsmessanlage vorbeigefahren sein.

Bei zahlreichen Auslösungen der Blitzanlage soll ein junger Mann unter anderem stehend in dem Auto posiert, sich teilweise entblößt und Fotos aufgenommen haben.

BMW i8 auf Höchstgeschwindigkeit?

Die beiden jungen Männer sollen beabsichtigt haben, mit einem BMW i8 die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen. Gegen halb zwei in der Nacht lösten sie demnach innerhalb weniger Minuten mit dem hochmotorisierten Cabriolet mehrfach die Geschwindigkeitsmessanlage in Höhe der Einmündung Bohlenweg aus. Die Messanlage registrierte Geschwindigkeiten von über 170 km/h.

Zur Tatzeit haben sich laut Polizei einige Zuschauer am Straßenrand befunden und die einzelnen Beschleunigungsfahrten des BMW gefilmt.

Auch im Auto soll der Beifahrer, ein 18-jähriger Bielefelder, Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon gemacht haben. Er hatte laut Polizei einem 22-Jährigen aus Delbrück seinen BMW zur Verfügung gestellt.

Weiterer Zwischenfall auf der A7 in Hessen

Ach ein paar Wochen später, Anfang September, soll der 18-Jährige auffällig geworden sein, diesmal der hesssichen Polizei. Die stoppte ihn demnach am Montag, 7. September, auf der A7. Gegen 20 Uhr sei der junge Bielefelder mit einem Mercedes AMG GT S in Richtung Kassel unterwegs gewesen. Ein Autofahrer hatte der Polizei demnach ein gefährliches Fahrverhalten des Mercedes-Fahrers gemeldet. Der 18-Jährige soll dicht auf ein vorausfahrendes Fahrzeug aufgefahren sein und mindestens einen Pkw, der sich auf dem linken Fahrstreifen befand, rechts überholt haben. Weil er auf dem rechten Fahrstreifen nicht schneller vorwärts kam, soll er mit seinem Mercedes auf die Standspur gewechselt sein und die anderen Fahrzeuge ebenfalls rechts überholt haben.

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse stufen die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die Ermittler des Polizeipräsidiums Bielefeld das Verhalten des 18-jährigen Bielefelders und des 22-jährigen Delbrückers am 19. August in Bielefeld als grob verkehrswidrig und rücksichtslos und somit als Verkehrsstraftaten ein. Im Rahmen der Ermittlungen zu den beiden genannten Verkehrsdelikten im August und September erwirkte die Staatsanwaltschaft Bielefeld Beschlüsse zur Durchsuchung und Beschlagnahme von Beweismitteln. Die Beschlüsse des Amtsgerichts Bielefeld erstreckten sich neben den Mobiltelefonen der beiden Tatverdächtigen auf die zwei benutzten Pkw. Zugeschlagen wurde demnach am Mittwoch, 30. September, unter der Leitung des Bielefelder Verkehrskommissariats 2 in Bielefeld, Delbrück und in Bramsche, wo sich der 18-Jährige aufhielt. Dort beschlagnahmten Kriminalbeamte der Polizei Osnabrück den BMW i8 und ließen ihn durch ein Abschleppfahrzeug abtransportieren. “Gegenüber den Beamten zeigte sich der Bielefelder sehr kooperativ und händigte sein Mobiltelefon aus”, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Zugriff am vergangenen Mittwoch

Zeitgleich suchten Ermittler der Paderborner Polizei demnach den 22-Jährigen in Delbrück auf. Sie beschlagnahmten sein Mobiltelefon.

Am Bielefelder Wohnsitz beschlagnahmten Ermittler des Verkehrskommissariats den Mercedes AMG GT S. Später händigte der 18-Jährige, vertreten durch einen Rechtsanwalt, weitere Datenträger aus, die laut Polizei in diesem Verfahren von Bedeutung sein könnten. Eine Durchsuchung des Wohnhauses in Bielefeld-Quelle zum Auffinden von weiteren Beweismitteln sei deshalb nicht mehr notwendig gewesen.

Der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Krüger äußerte sich als Leiter zu dem Polizeieinsatz: “Wir sind der Meinung, dass diese konsequenten Maßnahmen notwendig waren, um ein deutliches Zeichen gegen Raser zu setzen, die nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen gefährden. Durch die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Beamten haben wir die vorliegenden Beschlüsse erfolgreich umgesetzt. Eine unserer Aufgaben lag in der Einziehung der beiden Fahrzeuge, die im Anschluss verwertet werden sollen. Im weiteren Schritt haben unsere Ermittler nun die Möglichkeit, umfangreiches Datenmaterial zu sichten und auszuwerten.”

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