Anne Hinrichsen ist Bielefelds neue Kapellmeisterin und Studienleiterin
Eine norddeutsche Deern

Bielefeld (WB). Für Anne Hinrichsen, seit Beginn dieser Spielzeit Kapellmeisterin und Studienleiterin am Theater Bielefeld, beginnt der Neuanfang gleich mit mehreren Herausforderungen: Es ist ihre erste feste Kapellmeisterstelle, die sie dazu noch unter Pandemie-Bedingungen antritt. Und dann gibt es da noch die Uraufführung von „Dunkel ist die Nacht, Rigoletto“ (Premiere ist an diesem Samstag im Stadttheater), in dessen Partitur und Klangkosmos sich die 38-Jährige im Galopp einarbeiten musste.

Freitag, 02.10.2020, 06:00 Uhr
Anne Hinrichsen (38) hat mit Beginn der neuen Spielzeit die Stelle der Kapellmeisterin und Studienleiterin am Theater Bielefeld übernommen. Zuvor war sie in Bern tätig. Foto: Bernhard Pierel

„Ich hatte nicht damit gerechnet, gleich solch eine große Produktion übertragen zu bekommen. Doch es ist mir eine große Ehre. Alle Mitarbeiter des Hauses haben es mir sehr leicht gemacht, in den Betrieb reinzukommen. Und ich war überrascht, in welch menschlichem und natürlichem Umgang das Haus geführt wird“, betont Hinrichsen, die 2007 nach einem Klavierstudium in Lübeck und Freiburg für 13 Jahre in die Schweiz ging, um sich weiterzubilden und dort schließlich in Zürich, Winterthur und Bern umfassende Tätigkeiten als Orchesterpianistin, Korrepetitorin, Kammermusikpartnerin, Chorleiterin, Dirigentin und Dozentin zu übernehmen.

Über die Chorarbeit zum Dirigieren

„Ich bin über meine Chorarbeit nach und nach zum Dirigieren gekommen“, berichtet die neue Kapellmeisterin, die beim Schweizer Dirigenten Marc Kissoczy ein Zertifikat in Orchesterleitung erwarb und sich darüber hinaus privat bei verschiedenen Dirigenten von Rang und Namen weiterbildete.

Wichtige Impulse erhielt sie unter anderem von Kevin John Edusei, der Anfang der 2000er Jahre am Theater Bielefeld als erster Kapellmeister tätig war, 2014/2015 als Chefdirigent den Münchner Symphonikern vorstand und seit fünf Jahren Chefdirigent am Konzerttheater Bern ist. „Dort wurde ich sehr gefördert. Als ich das Dirigieren für mich entdeckte und dafür entflammte, gab es kein zurück mehr. Jede Oper reizt mich, obwohl ich noch relativ frisch im Metier bin“, erzählt Anne Hinrichsen.

Kapitänsenkelin mag das Wasser

Nach 13 Jahren in der reizvollen Landschaft der Schweiz freut sich die gebürtig aus Reinbek in Schleswig-Holstein stammende Dirigentin, ihrer norddeutschen Heimat wieder ein Stück näher gekommen zu sein. „Viele Menschen sagen hier ‘Moin’. Das fühlt sich für mich schon sehr norddeutsch an. Den Zürichsee und einige meiner Freunde hätte ich zwar gerne mitgenommen, aber die Natur in Bielefeld, besonders der Teutoburger Wald, gefallen mir auch sehr gut“, sagt die Bielefelder Neubürgerin, die in ihrer Freizeit gerne joggt, Salsa tanzt und näht. „Nähen und Handarbeiten hat für mich so etwas Meditatives. Und das Schöne ist, das am Ende ein fertiges Teil dabei herauskommt“, erzählt Anne Hinrichsen.

Als norddeutsche Deern und Kapitänsenkelin mag sie aber auch das Wasser. Weniger das Segeln als vielmehr das ruhige, gleichmäßige und rhythmische Rudern. „Ich liebe es, auf dem Wasser zu sein und bin in der Schweiz immer mal wieder auf dem Zürichsee gerudert“, erklärt sie.

Und dann gab es da noch einen Lebens- und Arbeitsabschnitt, den sie mit vielen Kollegen gemeinsam hat: „Ich habe als Pianistin auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen gespielt.“

 

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7612184?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
1000 neue Stellen für Corona-Nachverfolgung in NRW
Armin Laschet (CDU, links) nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, und Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantworten die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa
Nachrichten-Ticker